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Intrinsische Motivation Gegen die innere Kündigung: So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter

Fast sechs Millionen Arbeitnehmer haben innerlich bereits gekündigt. Dies wirkt sich folglich negativ auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter aus. Thomas Lurz, 12-facher Weltmeister und Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 im Freiwasserschwimmen, hat einige Tipps parat, was Unternehmer tun können, um die intrinsische Motivation der Mitarbeiter zu steigern und der inneren Kündigung den Kampf anzusagen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Eine Mehrheit der Mitarbeiter ist emotional kaum an ihren Arbeitgeber gebunden. Das hat der Gallup-Engagement Index 2019 deutlich gemacht, auf den die Haufe Online Redaktion in einem Artikel vom Oktober 2019 verweist. Das demnach fast sechs Millionen Arbeitnehmer innerlich bereits gekündigt haben, hat verheerenden Folgen auch für Handwerksbetriebe. Denn die fehlende emotionale Bindung wirkt sich direkt auf wichtige Wettbewerbsfaktoren wie Fehlzeiten, Produktivität, Rentabilität, Qualität und Kundenbindung aus. Arbeitnehmer, die sich emotional nicht an ihren Arbeitgeber gebunden fühlen, zeigen weniger Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Nach Gallup-Berechnungen kostet die innere Kündigung aufgrund schlechter Führung die deutsche Volkswirtschaft insgesamt bis zu 122 Milliarden Euro jährlich.

So profitieren Unternehmen von intrinsisch motivierten Mitarbeitern

Für einen der erfolgsreichten deutschen Schwimmer und heutigen Motivationstrainer Thomas Lurz, sollten Arbeitgeber vor allem versuchen, die intrinsische Motivation zu fördern. "Diese innere, aus sich selbst entstehende Motivation eines Menschen hat große Vorteile für Unternehmen", so Lurz. "Die Mitarbeiter erbringen stärkere Leistungen, können besser mit Misserfolgen umgehen und gehen mit Spaß zur Arbeit."

Das alles führe dazu, dass die Mitarbeiter positive Emotionen mit ihrem Unternehmen verbinden – und so zu den besten Botschaftern werden, die sich ein Betrieb wünschen kann. Im Gegensatz zu extrinsischen Motivationsfaktoren wie Gehalt oder Status, wirkt die Eigenmotivation nachhaltiger. "Durch die stärkeren Leistungen reifen auch praktische und persönliche Fähigkeiten von Menschen. Der Mitarbeiter sieht, dass er erfolgreich ist. Und es gibt keine bessere Förderung der intrinsischen Motivation als den Erfolg der Arbeit zu sehen", betont Lurz.

Wie können Arbeitgeber die intrinsische Motivation fördern?

Auch die Unternehmen selbst können einige Dinge tun, um die Eigenmotivation der Mitarbeiter zu erhöhen. "Der Arbeitgeber muss vor allem versuchen, die Sinnhaftigkeit der Arbeit herauszustellen", sagt Lurz. Dabei seien vor allem Führungskräfte gefordert – und daran hapert es oft. Die vergangenen Ergebnisse des Gallup-Insituts zum Thema Mitarbeiterbindung zeigen deutlich, das mangelhafte Führung eine der Hauptursachen für die innerliche Kündigung ist. "Das zeigt noch einmal deutlich, dass auch Führungskräfte ihr eigenes Verhalten stärker reflektieren müssen und sich auch selbst immer weiterentwickeln sollten", rät Lurz. Denn sie müssten den Arbeitnehmern zeigen, dass das Tun Spaß macht und Sinn stiftet.

Auch hinsichtlich dem, was die eigenen Mitarbeiter wollen, müsse in Unternehmen ein Umdenkprozess in Gang kommen. "Wir müssen vor allem dahin kommen, die Mitarbeiter und ihre Bedürfnisse wahr zu nehmen und nicht nur auf extrinsische Faktoren setzen." Natürlich gehörten eine gute Bezahlung und eine Arbeitsplatzsicherheit zu einer Entscheidung der Mitarbeiter. "Aber diese Faktoren wirken häufig nur über einen kurzen Zeitraum. Sie können fehlende intrinsische Einflüsse nur kurze Zeit überdecken. Auf lange Strecke ist die Eigenmotivation unabdingbar", weiß der ehemalige Weltklasseschwimmer.

Wie das Handwerk profitieren kann

Darin lägen auch Chancen für das Handwerk. "Natürlich kann nicht jeder kleine Handwerksbetrieb mit den Gehältern der großen Industrieunternehmen mithalten", sagt Lurz. Aber das müsse man auch gar nicht. "Gerade im Handwerk wird den Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns immer wieder direkt vor Augen geführt." Denn man sehe häufig direkt am Abend, was man über den Tag hinweg geleistet hat. "Das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, den das Handwerk hat", so Lurz.

Lurz sieht darin auch Ähnlichkeiten zu seiner sportlichen Karriere: "Ich hatte immer die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln und habe gemerkt, wie mich Trainingseinheiten weiter gebracht haben. Das hat sich in mir eingebrannt und zu einer intrinsischen Motivation geführt – die letztlich in meinen Erfolgen gemündet ist."

Über Thomas Lurz

Thomas Lurz

Thomas Lurz ist einer der erfolgreichsten Schwimmer Deutschlands. Er schwamm im Wasser Entfernungen, an die sich andere nicht mal mit einem Boot heranwagen würden. Um das zu schaffen, musste der ehemalige Freiwasserschwimmer sein Ziel fest vor Augen haben – und das mit Leidenschaft, jeden Tag. Bis zum Karriereende 2015 folgten unter anderem zwölf Weltmeistertitel, zwei Olympische Medaillen und zahlreiche Auszeichnungen. In seinem Leben ist er bereits einmal rund um den Globus geschwommen, die Trainingskilometer addieren sich auf über 45.000 Kilometer.

2012 veröffentlichte er gemeinsam mit Prof. Dr. Yasmin Fargel den Karriereratgeber "Auf der Erfolgswelle schwimmen: Was junge Menschen wissen müssen, um erfolgreich zu werden." Seit 2013 arbeitet er für das Modeunternehmen s.Oliver, zuerst als Sportbotschafter und inzwischen als HR Direktor. Außerdem ist er als Referent, Coach und Autor tätig.

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