Gefahr durch Botnetze steigt

Infizierte Computer sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter

Gefahr durch Botnetze steigt

Gefährliche Botnetze breiten sich auch in Deutschland immer weiter aus. Vor allem Privat-PCs und Firmenrechner von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind bedroht.

Botnetze durchforsten das Internet nach potenziellen Opfern. Hat ein Computer Schwachstellen oder Sicherheitslücken, können sie Schadsoftware installieren. Die Bots - benannt nach dem englischen Wort „robot“, das so viel wie arbeiten bedeutet - sind Programme, die ferngesteuert arbeiten. Das bedeutet: Die Cyberkriminellen erlangen die Kontrolle über den infizierten Computer und können ihn fernsteuern. Über eine Schadsoftware werden diese zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, zu einem Botnet. Die Cyberkriminellen nutzen das Botnet, um von fremden Computern aus Spam-E-Mails zu verschicken, Phishing-Angriffe zu starten, Viren zu verbreiten oder Klick- und Vorkassebetrug zu begehen. Der Benutzer merkt meist lange Zeit überhaupt nichts davon, dass sein Computer nicht nur Opfer, sondern auch Täter geworden ist. Denn die Bots schleichen sich still und heimlich auf den Computer.

Anzeichen für einen Befall können zum Beispiel eine verschlechterte Internetgeschwindigkeit oder das unerwünschte Aufrufen von Seiten sein. Infizierte Computer müssen aber nicht zwangsläufig Symptome zeigen.

Dass die Bedrohung durch Botnetze in Deutschland steigt, teilte Microsoft bei der Vorstellung des neunten Security Intelligence Report (SIR) mit. Für den halbjährlichen Bericht über die weltweite Bedrohungslage durch Schadsoftware analysierte Microsoft die Daten von mehr als 600 Millionen Computern.

„Die Betreiber von Botnetzen setzen alles daran, diese Netzwerke zu erhalten, auszubauen und sich finanziell zu bereichern“, berichtet Michael Kranawetter, leitender Sicherheitsberater von Microsoft Deutschland. Allein in Deutschland waren laut dem SIR im ersten Halbjahr 2010 rund 1.875.000 Computer infiziert. Damit landet Deutschland auf Platz vier der am meisten bedrohten Länder in Europa. Weltweit an erster Stelle steht Südkorea.

Zwischen April und Juni hat Microsoft mehr als 6,5 Millionen Computer von Infektionen durch Botnetze befreit. „Microsoft hat damit einen beachtlichen Teilerfolg erzielt, trotzdem müssen wir weiterhin sehr vorsichtig sein“, warnt Michael Lardschneider, Risikoexperte von Microsoft. Er empfiehlt dringend, den Computer entsprechend zu schützen und gegen Bedrohungen zu wappnen. „Es ist von großer Bedeutung, dass stets eine aktuelle Antivirensoftware und eine Firewall sowie Sicherheits-Updates für die Software installiert sind.“kin