"Initiative: Energie minus 15,2 Prozent" nennt sich eine Initiative des Bundesinnungsverbandes Gebäudereinigerhandwerk in Zusammenarbeit mit der Landesinnung Hessen sowie dem Verein für Reinigungstechnik. Die Ziffer ist angelehnt an die Menge Atomstrom, die durch die Abschaltung der Atomkraftwerke wegfällt. Die Verbände wollen bei ihren Unternehmen und deren Kunden ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und fürs Energiesparen wecken.

"Wir wollen die wegfallende Strommenge nicht durch die Nutzung anderer Energieformen kompensieren, sondern durch gezielte Maßnahmen darauf hinwirken, diese Strommenge auf Dauer einzusparen", sagt Detlef Stange, Geschäftsführer des Vereins für Reinigungstechnik Frankfurt am Main. Die Branche reagiere damit auch auf die zunehmenden Kundenwünsche, was Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit angehe. "Der Druck wird stärker", so Stange. Kunden verlangten immer öfter für die Auftragsvergabe Nachweise von Nachhaltigkeit von den Gebäudereiniger-Firmen und erwarteten Ressourcenschonung gepaart mit umweltfreundlichem Arbeiten. Das betreffe vor allen Dingen Kunden, die sich selbst am Markt mit dem Thema Umweltschutz positionieren.

Die Kampagne soll nun die Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen begleiten. Die vielen Klein- und Mittelbetriebe sollen dabei nicht mit Bürokratie überfrachtet und dadurch von der Teilnahme abgehalten werden. Deshalb gebe es das Informationsportal energie-minus.org u.a. mit Anmeldeformular, Newsletter, Veranstaltungskalender und ein E-Mail Hotline. Auf regional veranstalteten Beratungs- und Praxis-Seminaren erhalten die Teilnehmer eine intensive Schulung. Dabei werden insbesondere Themen behandelt wie nachhaltige Unternehmens- und Dienstleistungsausrichtung, Energiesparen, Fördermöglichkeiten, Maschinen und Materialien, integriertes Nachhaltigkeits-Management, Kommunikations- und Pressearbeit, etc. Alle Teilnehmer an der Initiative erhalten eine Urkunde und Online-Buttons, die sie in ihrer Kommunikation einsetzen können. Die Teilnahme an der Initiative ist für die Betriebe kostenlos.
Branchenspezifische Zertifizierung
Doch die Intiative hat noch ein weitergehendes Ziel. In Kürze soll es erstmalig eine branchenspezifische Zertifizierung geben, die besser auf die Besonderheiten des Gebäudereiniger-Handwerks eingeht als etwa die bekannten Normen ISO 16000, ISO 50001 oder auch ISO 9001. Die Initiative kooperiere deshalb mit der DQS GmbH, die im Rahmen des Programms EcoStep derartige Zertifizierungen entwickelt.
Eine weitere Zielgruppe sind Lehrer und Schüler von Berufsschulen. Unter Anderem werde jährlich ein Informationstag für Nachhaltigkeit und Sicherheit am Arbeitsplatz veranstaltet, der in diesem Jahr am 25. September an der Philipp-Holzmann-Berufsschule, Frankfurt am Main stattfindet. fm
Informationen: Verein für Reinigungstechnik e.V., Detlef Stange, info@verein-reinigungstechnik.de, Tel. 069/90473897