Externe Reinigungskräfte benachteiligt Gebäudereiniger: Ende von Gratis-Tests "völlig unverständlich"

Seit 30. Juni stehen nur noch ausgewählten Personengruppen kostenlose Corona-Tests zu. Dazu zählen Ärzte, Pfleger, aber keine Reinigungskräfte, die von externen Dienstleistern in denselben Einrichtungen eingesetzt werden. Der Bundesinnungsverband ist verärgert und spricht von einer Zwei-Klassen-Regelung.

Steht wegen der neuen Testverordnung in der Kritik: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). - © picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist enttäuscht von Karl Lauterbach (SPD). Ende Juni verkündete der Bundesgesundheitsminister eine neue Testverordnung, die kostenfreie Corona-Tests nur noch für ausgewählte Personengruppen vorsieht. Nicht dabei: Reinigungskräfte, die über externe Dienstleister in Krankenhäusern oder Pflegeheimen eingesetzt werden. Mit Blick auf Wertschätzung, Systemrelevanz und Respekt für die Branche sei das ein "verheerendes politisches Signal", kritisiert der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV).

Während sich Pfleger und Ärzte weiterhin kostenlos testen lassen könnten, würden Reinigungskräfte offenbar als "Beschäftigte zweiter Klasse angesehen", schimpft Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. Gebäudereiniger spielten in Kliniken, OP-Sälen, auf Intensivstationen oder in Altenheimen "weiterhin eine extrem wichtige Rolle".

Gebäudereiniger fordern Zugang zu kostenfreien Corona-Tests

Da auch kostenpflichtige Tests nur noch ausgewählten Personengruppen zur Verfügung stehen, berichteten Betriebe außerdem von Schwierigkeiten, die notwendigen Tests zu erlangen. Für die Arbeit in Krankenhäusern oder Pflegeheimen gilt weiterhin Testpflicht. "Mancherorts könnten die Neuregelungen zu einem Stopp von Reinigungsdienstleistern führen", so der Verband.

Der BIV hat sich jetzt mit einem Schreiben an Karl Lauterbach gewandt. Laut Dietrich sei es angesichts der erneut steigenden Inzidenzen und der immer lauter werdenden Mahnungen vor einer neuerlichen Welle "sachlich völlig unverständlich", gerade der Reinigungsbranche die Arbeit zu erschweren.

Seine Forderung: Die Liste der Personengruppen für kostenfreie Corona-Tests müsse erweitert werden und auch externe Personen, die in den Einrichtungen tätig sind, integrieren. "In der Praxis darf es keinen Unterschied machen, ob Reinigungskräfte bei einer Einrichtung unmittelbar oder bei einem Dritten angestellt sind", so Dietrich. fre