Die Tarifverhandlungen im Gebäudereinigerhandwerk sind in vollem Gange. Zwar ergab auch die zweite Runde noch kein greifbares Ergebnis. Ein Angebot der Arbeitgeberseite liegt allerdings vor.

Nach mehrstündigen Beratungen ist erst die erste Verhandlungsrunde zwischen den Tarifverhandlungskommissionen des Bundesinnungsverbands und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) am 22. Februar und am Dienstag auch die zweite ergebnislos vertagt worden. Das Angebot der Arbeitgeber liegt nun allerdings auf dem Tisch.
Es sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten eine Gesamterhöhung von 6,1 Prozent im Osten und 3,5 Prozent im Westen vor. "Dieses Angebot ist Ausdruck unseres festen Willens, die Angleichung Ost-West innerhalb der festgelegten Fristen mit Leben zu erfüllen", kommentierte Thomas Conrady, Vorsitzender der Verhandlungskommission des Bundesinnungsverbandes des Gebäudereiniger-Handwerks die Vorschläge nach den Verhandlungen.
Gewerkschaft fordert neues Angebot
Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Bärbel Feltrini, kritisierte das Angebot der Arbeitgeber allerdings als viel zu niedrig. Zudem sieht sie den vorgeschlagenen Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne als völlig unzureichend an.
Die IG BAU fordert für die unterste Entgeltgruppe ein Plus von 70 Cent im Westen und in einem zweiten Schritt weitere 65 Cent bei einer Laufzeit von insgesamt 24 Monaten. Die Löhne im Osten sollen zunächst auf 88 Prozent des Westlohns steigen und in einer weiteren Stufe auf 92 Prozent angehoben werden. Die Tarife der übrigen Lohngruppen sollen entsprechend der Cent-Erhöhung angepasst werden.
Die Arbeitgeber bieten nach Angaben der Gewerkschaft für die niedrigste Tarifgruppe im Westen ein Plus von 14 Cent. Über 26 Monate sei ein Plus von 32 Cent angeboten worden. Das Lohnniveau im Osten solle auf 86 Prozent des Westniveaus angehoben werden.
Die nächste Runde für die rund 550.000 Beschäftigten der Branche findet am 23. April 2013 in Leipzig statt. jtw/dapd