Der Lokführer-Streik bei den Privatbahnen hat den Betrieb auch am zweiten Tag des Ausstands erheblich beeinträchtigt. Wie schon am Donnerstag seien auch am Freitag rund 70 Prozent der Züge bei den betroffenen Unternehmen ausgefallen, hieß es bei der Lokführergewerkschaft GDL. Die Streiks sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.
GDL will in der kommenden Woche erneut streiken
Frankfurt/Main (dapd). Der Lokführer-Streik bei den Privatbahnen hat den Betrieb auch am zweiten Tag des Ausstands erheblich beeinträchtigt. Wie schon am Donnerstag seien auch am Freitag rund 70 Prozent der Züge bei den betroffenen Unternehmen ausgefallen, hieß es bei der Lokführergewerkschaft GDL. Die Streiks sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.
GDL-Chef Claus Weselsky erklärte, bei den fünf Unternehmen Netinera (früher Arriva), Abellio, Benex, Veolia und Hessische Landesbahn habe sich nichts bewegt. "Sie wollen den Wettbewerb weiterhin auf dem Rücken der Lokomotivführer durchführen und keine inhaltsgleichen Rahmentarifverträge mit uns abschließen", sagte Weselsky. Mit Keolis (Eurobahn) habe die Gewerkschaft hingegen "konstruktive Verhandlungen" zum Rahmentarifvertrag geführt.
Der 48-stündige Streik bei den fünf großen DB-Wettbewerbern hatte am Donnerstag begonnen und sollte bis Samstag 2.00 Uhr dauern.
Am Freitag habe es im GDL-Bezirk Berlin, Brandenburg und Sachsen teilweise Totalausfälle gegeben, sagte Sprecher Frank Nachtigall. Er sprach von einer "hohen Beteiligung der Kollegen". Er sei aber zuversichtlich, dass die private Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) einsehen werde, dass es billiger sei, "vernünftige Löhne" zu zahlen als die Streikfolgen zu tragen.
In Sachsen fuhren bei der Vogtlandbahn 80 Prozent der Züge nicht. Auf vielen Strecken wurden Busse eingesetzt. Bei der Mitteldeutschen Regiobahn rund um Leipzig lag rund die Hälfte des Zugverkehrs lahm.
In Rheinland-Pfalz fielen zahlreiche Züge des Bahnbetreibers Vectus aus oder fuhren verspätet, wie das Unternehmen mitteilte.
Einen Durchbruch erlangte die GDL am Freitag dagegen bei der Deutschen Bahn. Nach neun Monaten Tarifstreit erzielten beide Parteien eine Einigung. In der 15. Verhandlungsrunde beschlossen sie ein umfassendes Gesamtpaket für die rund 20.000 bei der DB beschäftigten Lokführer. Vereinbart wurden ein Rahmentarifvertrag im Personen- und Güterverkehr sowie Verbesserungen bei den Einkommen und der betrieblichen Altersversorgung in einem Gesamtvolumen von drei Prozent.
dapd
