Steigende Energiepreise Gaskunden müssen mehr zahlen, können sich aber schützen

Die Unterschiede bei den Gaspreisen in Deutschland sind enorm. Laut einer aktuellen Untersuchung müssen Verbraucher in einigen Regionen über 50 Prozent mehr zahlen als andernorts. Zum Juni und Juli kündigten 100 Gasversorger weitere Preiserhöhungen an, die aber umgangen werden können.

Gaskunden müssen mehr zahlen, können sich aber schützen

In einer Untersuchung ermittelte das Verbraucherprotal verivox.de, dass die Gaspreise für Endverbraucher seit Januar 2005 um 31 Prozent gestiegen sind.

Billige Preise in Pforzheim und Kempten

Am günstigsten ist das Erdgas derzeit bei den Stadtwerken Stade. Hier zahlt ein Musterhaushalt 1.086 Euro. Vergleichsweise niedrig sind die Preise auch bei den Stadtwerken Pforzheim (1.150 Euro), den Stadtwerken Kempten (1.163 Euro) und den Stadtwerken Buxtehude (1.180 Euro).

Am tiefsten in die Tasche greifen müssen die Kunden der Stadtwerke Wismar mit durchschnittlichen Kosten von 1.672 Euro pro Jahr. Ebenfalls teuer sind die Stadtwerke Saarlouis (1.665 Euro), die Stadtwerke Pasewalk (1.648 Euro) und die Stadtwerke Weißwasser (1.640 Euro).

Steigerung im Herbst um zehn Prozent erwartet

Zum Juni und Juli haben über 100 Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7,6 Prozent angekündigt. Eine weitere Preisrunde wird für den Herbst zu Beginn der Heizperiode erwartet. "Die Gaspreise werden weiter und schneller steigen, da die Kosten für Erdgas an den explodierenden Ölpreis gekoppelt sind", sagt Verivox-Sprecherin Dagmar Ginzel. Im Herbst erwartet Verivox eine Steigerung von nochmals zehn Prozent im Schnitt.

Preisvergleich kann sparen helfen

Die Verbraucher müssen die steigenden Gaspreise aber nicht unbedingt hinnehmen. Ein Preisvergleich kann schon helfen, um einen günstigeren Anbieter zu finden. Zwar ist die Zahl der überregionalen Gasanbieter im Vergleich zum Strommarkt noch relativ gering, trotzdem können in vielen Fällen durch einen Anbieterwechsel mehrere hundert Euro jährlich eingespart werden. Einen Überblick über die Gaspreise gibt es in Tabellenform bei verivox.de .

"Der Wechsel des Strom- und Gasanbieters ist einfach und völlig risikofrei. Da die Belieferung gesetzlich geregelt ist, kann es bei einem Anbieterwechsel niemals zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen", sagt Dagmar Ginzel. Mit den Energiesparratgebern der Deutschen Handwerks Zeitung können Verbraucher ihren Energieverbrauch ausrechnen, Modernisierungsmaßnahmen prüfen oder einen Überblick über die Fördermöglichkeiten erhalten .

Den günstigen Tarif finden Verbraucher mit Hilfe des Strom- und Gasrechners unter verivox.de. "Die Anmeldung ist einfach und braucht nur wenig Zeit. Alles weitere, beispielsweise die Kündigung beim alten Versorger, erledigt der neue Anbieter", erklärt Ginzel.

Wärmedämmung kann vor Preisexplosion schützen

Außerdem gibt es für Hauseigentürmer noch andere Möglichkeiten, Energie effizient zu nutzen und dadurch Kosten zu sparen. Einige Tipps:

  • Neubauten: Bauherren sollten bei der Planung großen Wert auf den Wärmeschutz der Gebäudehülle und die richtige Anlagetechnik legen. Wird die Gebäudehülle gut gedämmt, kann ein Niedertemperaturheizsystem wie die Wärmepumpe und ein großzügig dimensioniertes Wärmeverteilersystem wie eine Fußbodenheizung installiert werden. So lassen sich in einem neuen Einfamilienhaus (ca. 120 m2) laut dem Bunesverband Wärmepumpe Energieverbrauchspreise von ca. 600 Euro pro Jahr realisieren.
  • Altbauten: Auch hier ist die Gebäudehülle von entscheidender Bedeutung. Die Dämmung von Außenhülle sowie Fassade, Fenster und Dach ist allerdings nicht ganz billig. Zudem lohnt es sich, eine Niedertemperatur-Wärmepumpe zu installieren. Diese reduziert den Wärmebedarf und minimiert die Kosten. "Bei einer konsequenten Modernisierung ist der Verbraucher für die nächsten 20 Jahre gerüstet. Die energetische Modernisierung entspricht damit einer Geldanlage mit 20-jähriger Laufzeit", versichert der Bundesverband Wärmepumpe.
  • Förderung: Förderprogramme wie zum Beispiel das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW und das $(LEhttp://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/40535.php:Marktanreizprogramm (MAP)|_blank)$ bieten Finanzierungshilfen.

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