Bildergalerie: Schön und schaurig: Die 19 besten Wildlife-Fotos des Jahres

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    Laurent Ballesta, Wildlife Photographer of the Year
    © Laurent Ballesta, Wildlife Photographer of the Year
    Eine Wolke aus Eiern und Spermien, fotografiert vom Franzosen Laurent Ballesta, ist die Wildlife-Fotografie des Jahres 2021 (unser Bild). Mehr als 50.000 Hobby- und Profifotografen aus 95 Ländern hatten sich um den renommierten Titel "Wildlife Photographer of the Year" beworben. Neben dem Gesamtsieger zeichnete das Natural History Museum London 18 weitere Tier- und Naturfotos aus. Darunter: ein Gorilla im Regen, ein kamerascheuer Grizzly und ein Horror-Fund unter dem Bett.


    Das Siegerbild zeigt laichende Zackenbarsche in einer milchigen Wolke aus Eiern und Spermien. Fünf Jahre lang reisten Ballesta und sein Team jährlich in die Lagune auf dem Pazifikatoll Fakarava und tauchten dort Tag und Nacht, um das Laichen der Zackenbarsche zu beobachten. Dieses findet nur einmal im Jahr um den Vollmond im Juli herum statt. In einem schmalen Kanal, der die Lagune mit dem Meer verbindet, versammeln sich dann bis zu 20.000 Fische.

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    © Zack Clothier, Wildlife Photographer of the Year
    Der US-amerikanische Fotograf Zack Clothier platzierte eine Kamerafalle vor den Überresten eines Elchbullen. Als er zurückkehrte, fand er seine Ausstattung verwüstet vor. Der Schuldige war schnell ausgemacht. Das letzte Bild, das von der Kamera aufgenommen wurde, war dieser Schnappschuss eines Grizzlys. Für die Aufnahme gab es vom Naturhistorischen Museum London den Titel Wildlife Photographer of the Year in der Kategorie "Tiere in ihrer Umgebung".
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    © Majed Ali, Wildlife Photographer of the Year
    Majed Ali aus Kuweit nahm eine vierstündige Wanderung auf sich, um Kibande, einen fast 40 Jahre alten Berggorilla, in Uganda zu fotografieren. Als in der feuchtwarmen Umgebung Regen einsetzte, schloss der Gorilla offensichtlich zufrieden seine Augen. Genau in diesem Moment drückte Ali den Auslöser seiner Kamera. Das Ergebnis ist hier zu sehen – für das Natural History Museum London das beste "Tierporträt" des Jahres.
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    © Justin Gilligan, Wildlife Photographer of the Year
    In der Kategorie "Pflanzen und Pilze" setzte sich diese Fotografie des Australiers Justin Gilligan durch. Drei Tage braucht er, um diese Szene mit Seegras und einem Ranger einzufangen. Ein Ziel des Wettbewerbs "Wildlife Photographer of the Year" ist es, das öffentliche Interesse für den Natur- und Artenschutz zu stärken. Die ausgezeichneten Bilder sollen ein Bewusstsein für die Schönheit der Welt, aber auch für die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen schaffen, und zum Nachdenken und Handeln anregen.

    Die Auswirkungen des Klimawandels setzen auch den Riffen in immer stärkerem Maße zu. Seegraswiesen und Algenwälder unterstützen Hunderte von Arten, binden Kohlenstoff, produzieren Sauerstoff und tragen zum Schutz der Küsten bei. Durch steigende Wassertemperaturen sind sie stark rückläufig oder bereits vollständig verschwunden.

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    © Jennifer Hayes, Wildlife Photographer of the Year
    Jeden Herbst warten die schwangeren Sattelrobben der Arktis darauf, dass sich das erste Meereis bildet, auf dem sie ihre Jungen zur Welt bringen. Der Klimawandel stellt für sie eine große Gefahr dar. Dem Siegerbild in der Kategorie "Oceans: The Bigger Picture" gab die US-Amerikanerin Jennifer Hayes den Titel "Nursery Meltdown" (deutsch: schmelzender Kindergarten). Auf den Eisplatten ist noch das Blut der Geburt zu sehen.
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    © Gil Wizen, Wildlife Photographer of the Year
    Uferjäger weben einen Seiden-Kokon, in dem sie die bis zu 750 Eier ablegen. Gil Wizen (Israel/Kanada) fand ein solches Exemplar unter loser Baumrinde. Die Fotografie ist das Siegerbild in der Kategorie "Verhalten: Wirbellose".
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    © Shane Kalyn, Wildlife Photographer of the Year
    Mitten im Winter beginnt die Brutsaison der Raben. Um ihre Bindung zu stärken, tauschen die Vögel Geschenke aus – Moos, Zweige, kleine Steine. Dem Kanadier Shane Kalyn gelang es, ein Pärchen dabei zu fotografieren. Um die Details des Gefieders vor dem Schneehintergrund einzufangen, nutzte er gedämpftes Licht. Das Foto sicherte ihm den Sieg in der Rubrik "Verhalten: Vögel".
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    © Stefano Unterthiner, Wildlife Photographer of the Year
    Zur Paarungszeit versuchen männliche Spitzbergen-Rentiere ein Harem um sich zu sammeln. Der italienische Fotograf Stefano Unterthiner beobachtete zwei Männlein bei ihrem Kampf um die Alpha-Position. Es sei tief beeindruckt gewesen von "dem Geruch, dem Lärm, der Ermüdung und dem Schmerz" der Tiere, die mit ihren Geweihen aufeinander losgingen, bis das dominante Männchen (links im Bild) seinen Rivalen vertrieben hatte. Das Foto belegt den ersten Platz in der Kategorie "Verhalten: Säugetiere".
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    © João Rodrigues, Wildlife Photographer of the Year
    Dem portugiesischen Fotografen João Rodrigues gelang in einem überfluteten Wald diese Aufnahme zweier Spanischer Rippenmolche während der Paarung. Da sich das Gebiet nur im Winter und bei außergewöhnlich starken Regenfällen mit Wasser füllt, musste Rodrigues fünf Jahre auf seine Chance warten. Als er von den Molchen überrascht wurde, hatte er nur einen Sekundenbruchteil Zeit, um seine Kameraeinstellungen anzupassen, ehe diese wieder davonschwammen. In der Kategorie "Verhalten: Amphibien und Reptilien" wurden seine Ausdauer und Reaktionsschnelligkeit mit dem ersten Platz belohnt.
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    Alex Mustard, Wildlife Photographer of the Year
    © Alex Mustard, Wildlife Photographer of the Year
    Dem Briten Alex Mustard gelang es, einen Geisterpfeifenfisch zu fotografieren, der sich zwischen den Armen eines Haarsterns versteckte. Die bunten Farben des Fisches lassen darauf schließen, dass er sich vor Kurzem noch in einem Korallenriff aufgehalten haben muss. Spätestens zwei Tage später dürfte er sich neu getarnt und die Farbe des Haarsterns angenommen haben. Das Naturhistorische Museum London belohnte Mustard für sein Bild mit dem ersten Platz in der Rubrik "Naturkunst".
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    Gil Wizen, Wildlife Photographer of the Year
    © Gil Wizen, Wildlife Photographer of the Year
    Starke Nerven bewies der Fotograf Gil Wizen bei diesem Horror-Fund. Während einer mehrtägigen Wandertour im Amazonasregenwald von Ecuador wunderte sich der kanadisch-israelische Entomologe eines Morgens über Hunderte frisch geschlüpfte Spinnen in seinem Zimmer. Als er unter sein Bett sah, wusste er, woher sie stammten. Unter seinem Schlafplatz beschützte eine extrem giftige Brasilianische Wanderspinne ihren Nachwuchs. Die sogenannte Bananenspinne ist in etwa so groß wie eine Hand, durch eine geschickte Wahl der Perspektive gelang es dem Fotografen, sie noch monströser erscheinen zu lassen. Die Begegnung machte Wizen bereits 2014, doch erst jetzt reichte er die Aufnahme beim Wettbewerb ein. Sie sicherte ihm den Sieg in der Kategorie "Urban Wildlife".
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    Javier Lafuente, Wildlife Photographer of the Year
    © Javier Lafuente, Wildlife Photographer of the Year
    Eine schnurgerade Straße, die sich durch das Biosphärenreservat der Odiel-Sümpfe im Südwesten Spaniens schneidet, ist auf diesem Bild des Spaniers Javier Lafuente zu sehen. Die Straße wurde in den 80er-Jahren gebaut, um den Menschen einen Zugang zum Strand zu ermöglichen. Die Landschaft beherbergt Hunderte Vogelarten, darunter Fischadler und Bienenfresser sowie viele Wandervögel. Herausfordernd bei der Drohnenaufnahme waren unter anderem das vom Wasser reflektierte Sonnenlicht und die sich ständig ändernden Lichtverhältnisse, berichtet Lafuente. Für seine Fotografie erhielt er die Auszeichnung "Photographer of the Year" in der Rubrik "Wetlands: The Bigger Picture".
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    Adam Oswell, Wildlife Photographer of the Year
    © Adam Oswell, Wildlife Photographer of the Year
    Gewinner in der Kategorie "Fotojournalismus" ist das Bild "Elephant in the room" des Australiers Adam Oswell. Es zeigt Zoobesucher, die einen jungen Elefanten unter Wasser beobachten. Obwohl die Szene auf den ersten Blick unterhaltsam anmutet, störte sich der Fotograf daran. Tierschutzorganisationen kritisieren Aufführungen wie diese als ausbeuterisch, da sie unnatürliches Verhalten fördern.
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    Brent Stirton, Wildlife Photographer of the Year
    © Brent Stirton, Wildlife Photographer of the Year
    Die Leiterin eines Rehabilitationszentrums für verwaiste Schimpansen kuschelt mit zwei traumatisierten Tieren. Die Einrichtung pflegt etwa hundert junge Schimpansen, die als Haustiere gehalten oder deren Eltern von Wilderern getötet wurden. Brent Stirton aus Südafrika hat die Szene festgehalten und dafür die Auszeichnung in der Rubrik "Fotojournalist Story" verliehen bekommen.
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    Martin Gregus, Wildlife Photographer of the Year
    © Martin Gregus, Wildlife Photographer of the Year
    Zwei Eisbären-Damen nehmen an einem heißen Sommertag ein kühles Bad und spielen im Wasser. Mit einer Drohne hielt der slowakisch-kanadische Fotograf Martin Gregus den Moment fest. Die Fotografie ist Teil einer Serie, für die Gregus die Eisbären über drei Wochen begleitete. Da er die Notlage der Tiere durch den Klimawandel gut dokumentiert sieht, wollte er nicht den Überlebenskampf, sondern eine andere, leichtere Seite beleuchten. Im Sommer leben Eisbären überwiegend von ihren Fettreserven. Ohne den Druck der Nahrungssuche werden die Einzelgänger deutlich geselliger. Das Natural History Museum London zeichnete Gregus in der Kategorie "Rising Star Portfolio" aus.
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    Angel Fitor, Wildlife Photographer of the Year
    © Angel Fitor, Wildlife Photographer of the Year
    Drei Wochen lang legte sich der Spanier Angel Fitor für diese Aufnahme auf die Lauer. Sie zeigt eine Kampfszene zwischen zwei Buntbarschen. Zwei Männchen streiten sich um ein Schneckenhaus, in dem ein paarungsbereites Weibchen auf sie wartet. Die Aufnahme gelang Fitor im Tanganjikasee, dem zweittiefsten See der Erde. Mehr als 240 verschiedene Buntbarscharten leben dort. Durch die Verschmutzung des Wassers mit Chemikalien und durch Überfischung gelten sie als bedroht. Die Aufnahme brachte dem Fitor den Sieg in der Kategorie "Portfolio" ein.
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    Vidyun R Hebbar, Wildlife Photographer of the Year
    © Vidyun R Hebbar, Wildlife Photographer of the Year
    Gerade einmal zehn Jahre alt ist Vidun R Hebbar aus Indien. Von ihm stammt dieses Bild einer winzigen Zeltspinne. Vom Naturhistorischen Museum London erhielt er die Auszeichnung "Young Wildlife Photographer of the Year". Das Netz fand Hebbar in einer Wandspalte. Eine vorbeifahrende Auto-Rikscha bot eine Kulisse aus Regenbogenfarben, um die Spinne schön in Szene zu setzen.
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    Andrés Luis Dominguez Blanco, Wildlife Photographer of the Year
    © Andrés Luis Dominguez Blanco, Wildlife Photographer of the Year
    In der Kategorie der 11- bis 14-Jährigen setzte sich Andrés Luis Dominguez Blanco aus Spanien durch. Sein Bild zeigt ein Sonnenblumenfeld an einem Mai-Nachmittag. Auf einer der Blumen hat es sich ein Orpheusspötter gemütlich gemacht, der genüsslich sein Liedchen zwitschert. Der Gesang des Vogels wird als angenehmes Brabbeln beschrieben.
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    Lasse Kurkela, Wildlife Photographer of the Year
    © Lasse Kurkela, Wildlife Photographer of the Year
    Das Siegerfoto in der Kategorie der 15- bis 17-Jährigen ging an den Finnen Lasse Kurkela. Sein Bild zeigt einen Unglückshäher über den Wipfeln hoher Fichten. Um den Vogel anzulocken, nutzte Kurkela ein Stück Käse. Die Vogelart aus der Familie der Raben nutzt die hohen Nadelbäume als Vorratskammern. Mit ihrem klebrigen Speichel befestigen sie Samen, Beeren und Insekten in den Furchen der Stämme und Äste.