Bildergalerie: Die Zunftzeichen des Handwerks - Stumme Zeugen an deutschen Hauswänden

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    © picture alliance / ZB | Stefan Sauer
    Bis heute finden sich Zunftzeichen in ganz Deutschland.

    In Zeiten, in denen die Bevölkerung kaum alphabetisiert war, nutzten Handwerker die Sprache der Bilder, um auf ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Aus diesen einfachen "Werbeanzeigen" an Hauswänden entwickelten sich nach und nach verschiedene Zunftzeichen, die sich regional teils stark unterschieden.

    In dieser Galerie wurden einige von ihnen zusammengetragen. Hier zum Beispiel das der Schlosser in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern).
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    © picture alliance / Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/ZB | Ralf Hirschberger
    In der Wappenkunde, auch Heraldik genannt, wird zwischen sprechenden und nicht-sprechenden Wappen unterschieden. Das Zunftzeichen der Schneider in Beelitz (Brandenburg) verdeutlicht den Unterschied: Das Bild einer Schere verweist unmittelbar auf die angebotene Dienstleistung – es "spricht". Ein nicht-sprechendes Exemplar wäre weniger direkt. Es würde beispielsweise den Schutzheiligen des Gewerks zeigen.
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    © picture alliance / imageBROKER | Michael Weber
    Das Zunftzeichen der Metzger in Rothenburg ob der Tauber (Bayern). Das Bild verrät dem Betrachter, dass Fleischwaren zu erwarten sind. Übrigens: Während Handwerker durch Wappen die Zugehörigkeit zu einem Gewerk darstellten, nutzten Adelige sie als Symbol ihrer familiären Herkunft.
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    © picture alliance / blickwinkel/S. Ziese | S. Ziese
    Vom Melkschemel über den Hocker bis zum Thronsessel: An der Art eines Stuhles und dem Aufwand seiner Herstellung konnte man den sozialen Stand seines Besitzers ablesen. Im Gewerk der Stuhlmacher wurden Drechsel-, Flecht- und Polstertätigkeiten zusammengefasst. Das Foto zeigt eines ihrer Zunftzeichen in Münster (Nordrhein-Westfahlen).
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    © Robert Krüger
    Zünfte dienten dazu, Konkurrenz an den jeweiligen Standorten zu vermeiden. Im 12. Jahrhundert begannen auch die Bäcker, sich in dieser Form zu organisieren. Außerdem nahm eine Spezialisierungswelle ihren Lauf, die unter anderem dazu führte, dass sich Konditoren von den Bäckern abspalteten. Das Bild zeigt eines ihrer Zunftzeichen in Osnabrück (Niedersachsen).
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    © Robert Krüger
    Ein Zunftzeichen der Buchbinder in Osnabrück. Mit der fortschreitenden Alphabetisierung nahm die Relevanz von Handwerkszeichen immer weiter ab.
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    © picture alliance / dpa | Arno Burgi
    Dieses Zunftzeichen nutzten Klempner und Installateure in Freiberg (Sachsen).

    Heute tragen stolze Handwerker die aus dem Mittelalter stammenden Wappen auf T-Shirts und Pullovern. Im Internet ist eine ganze Industrie um das Geschäft mit dem Stolz auf den Beruf des Handwerkers entstanden.
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    © picture alliance / imageBROKER | Martin Siepmann
    Wohl kein Getränk war für das Mittelalter so prägend, wie das Bier. Das Abkochen des Wassers im Brauprozess und der Alkoholgehalt machten das dreckige Wasser erst genießbar. Das Zunftzeichen der Brauer zeigt einen Braukessel und die typischen Werkzeuge der Brauer und Mälzer. Dieses findet sich in Kelheim (Bayern).
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    © picture-alliance/ ZB | Arno Burgi
    Der Bau einer Geige umfasst rund 500 Arbeitsschritte und dauert mehrere Monate. Weniger Arbeitszeit dürfte die Herstellung dieses schlichten Zunftzeichens in Anspruch genommen haben. Zu besichtigen ist dieses Symbol der Geigenbauer in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).
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    © picture alliance / imageBROKER | Michael Weber
    Das bekannteste mittelalterliche Werbezeichen, das heute noch manche Bäckerei ziert, ist die Brezel. Der Name der gekreuzten Teigware könnte auf das lateinische Wort für "Arm" zurückgehen: Brachium. Schließlich erinnert die Form an über der Brust gekreuzte Arme. Eine andere Theorie besagt, ein italienischer Mönch habe rund 640 n. Chr. Brezen an besonders fleißige Schüler verteilt. Im Lateinischen bedeutet "Pretiola" so viel wie "kleine Belohnungen".

    In Rothenburg ob der Tauber wird das Zeichen von zwei stehenden Löwen eingerahmt.
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    © picture alliance / imageBROKER | Jochen Tack
    Zunfzeichen sind nach wie vor beliebt, denn sie betonen die lange Geschichte des Handwerks. Das Foto zeigt das Emblem einer Goldschmiede in Greven (Nordrhein-Westfalen).
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    Das Zunftzeichen der Färber in der Altstadt von Salzwedel (Sachsen-Anhalt).

    Heute versuchen Betriebe oft ein eigenes, unverwechselbares Logo zu erstellen. Als Grundlage greifen sie dennoch gerne auf alte Zunft- oder Gildenzeichen zurück.
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    © picture alliance / Zoonar | Heiko Küverling
    Allerdings ist Vorsicht geboten. Nicht jedes der einstigen Zunftzeichen darf einfach so verwendet werden. Hier empfiehlt sich eine Anfrage beim zuständigen Patentamt.

    Das Zunftzeichen der Schuhmacher in der Altstadt von Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).
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    © picture alliance / ZB | Soeren Stache
    Das Friseurhandwerk ist eines der traditionsreichsten Gewerke der Menschheitsgeschichte. Schon im Jahr 4000 v. Chr. haben im alten Ägypten die Menschen Wert auf Haarpflege gelegt, so viel ist überliefert. Die ältesten je gefundenen Frisierinstrumente waren Rasiermesser, die auf das Jahr 3000 v. Chr. datiert werden.

    Den Stolz auf diese lange Tradition zeigen einige Betriebe gerne. Wie hier beispielhaft ein Friseursalon mit dem charakteristischen Spiegel in Weimar (Thüringen).
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    © picture-alliance / akg-images / Schuetze / Rodemann | / Rodemann
    Der Anbau von Getreide brachte den Menschen erst auf die Idee, sesshaft zu werden. Um das Korn zu malen und letztlich für das Brotbacken nutzbar zu machen, brauchte es einen Müller. Die Häufung des Nachnamens vermittelt einen Eindruck davon, wie verbreitet dieses Handwerk einst war.

    Das Foto zeigt Zunftzeichen des Müllerhandwerks in Gastrose (Brandenburg).