Dresdner Klage als "missbräuchlich" und "unbegründet" bezeichnet Gagfah-Kurs bricht ein

Das Wohnimmobilienunternehmen Gagfah will nach negativen Presseberichten über die Qualität der Mietwohnungen verstärkt in den eigenen Bestand investieren. Auch deshalb fällt die sonst übliche Quartalsdividende aus. In einer Pressemitteilung zu den Erstquartalszahlen vom Donnerstagabend ist von höheren Investitionen "unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten" die Rede.

Foto: dapd

Gagfah-Kurs bricht ein

Frankfurt/Main (dapd-lsc). Das Wohnimmobilienunternehmen Gagfah will nach negativen Presseberichten über die Qualität der Mietwohnungen verstärkt in den eigenen Bestand investieren. Auch deshalb fällt die sonst übliche Quartalsdividende aus. In einer Pressemitteilung zu den Erstquartalszahlen vom Donnerstagabend ist von höheren Investitionen "unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten" die Rede. Zugunsten der finanziellen Flexibilität habe sich der Verwaltungsrat gegen die Dividendenzahlung entschieden.

Schon in den drei Vorquartalen waren die Ausschüttungen auf zehn Cent je Aktie gekürzt worden. Vor einem Jahr noch konnten die Anteilseigner mit 20 Cent pro Vierteljahr rechnen. An der Börse löste die Nachricht vom Dividendenausfall massive Verkaufsreaktionen aus. "Wenn ein Dividendenwert keine Dividende zahlt, dann ist das nicht wirklich gut", sagte ein Marktteilnehmer.

Auch Analysten waren von einer Fortsetzung der Quartalsdividende ausgegangen. Frank Neumann vom Bankhaus Lampe etwa kalkulierte mit acht Cent je Aktie. Die Notierung des MDAX-Unternehmens brach zu Handelsbeginn gegen den Trend um etwa neun Prozent ein. Gegen 12.50 Uhr wurde das Papier mit einem Abschlag von 10,4 Prozent bei 5,63 Euro gehandelt.

Ob auch künftig keine Dividende gezahlt wird, wollte ein Sprecher der Gagfah nicht kommentieren. Es handele sich dabei um eine Entscheidung, die von Quartal zu Quartal neu getroffen werde.

Die eingesparten Mittel sollen zum Teil investiert werden, aber auch die Liquidität des Konzerns stärken. Für das vierte Quartal waren noch 22,6 Millionen Euro ausgeschüttet worden. Für rund eine Milliarde Euro will die Gagfah bis zum Jahresende Kredite umschichten. Insgesamt steht der Konzern mit 5,8 Milliarden Euro in der Kreide, das Gros davon, gut 3,4 Milliarden Euro, ist 2013 fällig.

Das erste Quartal der Gagfah war von einem rückläufigen Vermietungsergebnis bei zugleich erhöhten Verkaufsgewinnen geprägt. Die Mieteinnahmen fielen um sechs Millionen Euro geringer aus als im Schlussquartal und entsprechend sank auch das Vermietungsergebnis um knapp drei auf 105,1 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis fiel auf 95 (Vorjahr: 108) Millionen Euro.

Die Milliardenklage der Stadt Dresden wegen angeblichen Verstoßes gegen die Auflagen aus der Übernahme von rund 45.000 Wohnungen aus dem Jahr 2006 sieht Gagfah unterdessen als "missbräuchlich" und "unbegründet", wie es im Quartalsbericht heißt. Das Unternehmen werde sich dagegen deutlich zur Wehr setzen. Insgesamt beziffert die Gagfah den Streitwert mit 1,08 Milliarden Euro.

dapd