Im Profifußball lässt sich für Spieler, Manager und Berater eine Menge Geld verdienen. Doch wer auch als Privatperson etwas von dem Kuchen abhaben will und in Aktien oder Anleihen von Clubs investiert, ist häufig großen Risiken ausgesetzt, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt.

Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine steht vor der Tür und auch bei vielen Deutschen kommt allmählich Vorfreude auf. Auf eine gesteigerte Nachfrage stoßen gerade zu solchen Zeiten Finanzanlagen, die im Zusammenhang mit dem Fußball stehen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Eine Analyse der Stiftung Warentest zeigt, dass viele Aktien und Anleihen nicht das halten können, was die Werbung verspricht.
So bietet zum Beispiel die Allianz-Bank noch bis zum 7. Juni 2012 ein Internet-Geldmarktkonto zur Europameisterschaft an. Die Verzinsung dieses "Geldmeisterkontos" beträgt 1,5 Prozent pro Jahr, garantiert für sechs Monate. Weitere 1,5 Prozent erhalten Anleger, wenn Deutschland den Titel holt. Das Angebot ist absolut sicher, aber beschränkt auf 10 000 Euro und auf neu bei der Allianz-Bank angelegtes Geld. Besonders rentabel ist das Konto laut den Marktforschern aber nicht: Den Zinsbonus für einen deutschen EM-Sieg gibt es nur für sechs Monate. Ohne ihn bleibt das Geldmeisterkonto weit hinter den Angeboten anderer Banken zurück.
Risikogeschäft Sport-Aktie
Wenig Angebote für Anleger gibt es auf dem deutschen Markt an Sport-Aktien. Während europaweit einige Vereine börsennotiert sind, kommt die einzige deutsche Fußballaktie vom Bundesliga-Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund. Zurzeit kostet die Aktie etwa 2,20 Euro. Zocker konnten mit ihr gut verdienen, wenn sie das Papier im Jahr 2009 für weniger als ein Euro gekauft haben. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich der Aktienkurs nach ausbleibendem sportlichen Erfolg auf seinem Tiefpunkt und legte nach den Titeln mit dem neuen Trainer Jürgen Klopp deutlich zu.
Anleger, die bereits bei der Erstausgabe im Oktober 2000 dabei waren, erlebten dagegen ein Debakel – denn sie haben damals 11 Euro bezahlt. Selbst in England, wo es zeitweise fast zwei Dutzend verschiedene Fußballaktien gab, sind die Vereine wieder vom Börsenparkett verschwunden.
Keine sicheren Zinsen bei Fußballanleihen
Deutsche Profivereine geben gerne Anleihen mit festen Zinszusagen aus. Clubs wie Hertha BSC Berlin, FC St. Pauli oder Hansa Rostock warben damit um frisches Kapital bei ihren Fans. Nach Ansicht der Stiftung Warentest spricht nichts dagegen, einem Verein Geld zu leihen, um ihn zu unterstützen. Allerdings sollten die Anleger die riskanten Fußballanleihen nicht mit sicheren Zinsanlagen verwechseln. Bei den oft hochverschuldeten Fußballclubs kann das angelegte Geld schlimmstenfalls verloren sein.
Ob Girokonto, Aktie oder Anleihe – unvorhersehbare Schwankungen der sportlichen Leistungen machen Anlagen im Fußball eher unattraktiv für den auf Sicherheit bedachten Verbraucher. sg/Stiftung Warentest