Fondsgebundene Versicherungen versprechen gute Renditen und zusätzlich oft Sicherheit – doch ob sie passen, muss jeder für sich entscheiden. Wer von diesem Vorsorgemodell profitieren kann – und worauf Anleger besonders achten sollten.

Die Versprechen, die Anbieter von Fondspolicen in ihren Produktempfehlungen geben, klingen fast zu schön, um wahr zu sein: "Die Fondsrente verbindet dauerhaft die Renditeaussichten eines Fondssparplans mit der Sicherheit einer lebenslangen Rentenzahlung", heißt dazu etwa auf der Homepage eines bekannten Anbieters, andere formulieren ähnlich. Doch seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten auf dem Markt hat die fondsgebundene Rentenversicherung bis heute auch viele Kritiker auf den Plan gerufen. Vor allem Verbraucherschützer bemängeln immer wieder, dass die Kosten der Vertragsverwaltung so hoch sind, dass sie die durch ETFs oder gemanagte Fonds erzielten Renditen neutralisieren oder sogar auffressen können.
Zwei Varianten bei fondsgebundenen Rentenversicherungen
Ganz von der Hand zu weisen, ist diese Kritik nicht. Wobei es grundsätzlich zwei Varianten von fondsgebundenen Rentenversicherungen gibt. Einmal solche, bei denen die Beiträge nur am Kapitalmarkt investiert werden, was für den Sparer bedeutet, dass keine Rentenhöhe garantiert wird und er am Ende auch viel Kapital verlieren kann. Und zum zweiten solche, bei denen nun ein Teil dorthin fließt, der andere (meist deutlich größere) dagegen in festverzinsliche Anlagen, für die der Versicherer dann garantiert, dass er zu Rentenbeginn zur Verfügung steht. Letztere werden auch als hybride Versicherungen bezeichnet. Wobei gerade diese Garantie noch zusätzliche Kosten verursacht und damit noch mal an der Rendite nagt.
Es gibt aber ebenso Vorsorgeexperten, nach deren Einschätzung Fondspolicen durchaus auch Vorteile haben. Davon einer der wichtigsten: Sie können Kunden den Weg an die Aktienmärkte ebnen, für die ein direktes Engagement überhaupt nicht infrage käme. Zudem, auch darauf weisen Befürworter der Policen hin, bringen Fondspolicen gegenüber der Direktanlage in der Regel einige steuerliche Vorteile.
Flexibilität hat im Laufe der Jahre deutlich zugenommen
Und als dritten Pluspunkt nennen Verfechter der Versicherungsidee die große Flexibilität, die im Laufe der Jahre deutlich zugenommen hat. Und damit ist nicht gemeint, dass die Einzahlung sowohl in monatlichen Raten als auch vierteljährlich oder sogar als Einmalleistung erfolgen kann. Ebenso kann auch die Auszahlphase unterschiedlich gestaltet sein.
So kann diese beispielsweise dynamisch erfolgen, also angepasst an die Lohnentwicklung, in mehreren Teilauszahlungen oder ebenfalls einmalig (Kapitalwahlrecht). Zudem gibt es inzwischen die Möglichkeit, sich für den sogenannten fondsgebundenen Rentenbezug zu entscheiden. Hierbei erhält man einen gewissen Anteil aus dem bis zum Rentenbeginn angesparten Fondsguthaben als garantierte Rente und ein kleinerer Anteil bleibt weiterhin am Kapitalmarkt investiert.
Doch gerade, weil es inzwischen sehr unterschiedliche Tarife gibt, ist es für Interessenten nicht immer einfach, das für Sie passende Angebot zu finden. Experten empfehlen daher, sich vor der Entscheidung detailliert mit den Produkten zu befassen (siehe Kasten) – oder sich im Zweifel beraten zu lassen. Zumal nicht nur die Zahlungs- und Auszahlungsmöglichkeiten wichtig sind. Ebenso gilt es, die Optionen bei vorzeitiger Kündigung oder schlechter Rendite bei Vertragsende im Auge zu behalten. Manche Anbieter bieten dann die Möglichkeit, die Fonds (oder Teile davon) auf ein eigenes Depot übertragen zu lassen. Das kann mitunter die sinnvollere Lösung sein.
Fondsrente kurz erklärt
Bei der Fondsrente werden die monatlichen Beiträge dazu verwendet, Anteile unterschiedlicher Fonds zu kaufen. Die Art der Fonds (z.B. Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds) kann selbst bestimmt werden. Es wird entweder keine monatliche Rentenhöhe garantiert oder die Garantie gilt (bei hybriden Modellen) nur für einen Teil der eingezahlten Beiträge. Das Risiko für den Fondsanteil tragen die Sparer selbst.
Wenig Risiko – wenig Rendite
Welches Konzept für wen geeignet ist, hängt unter anderem von der eigenen Risikobereitschaft, aber auch vom Anlagehorizont ab. Je geringer beides ist, umso sinnvoller sind Policen mit (hohen) Garantien.
Mehr Zeit – mehr Gewinnpotenzial
Wobei grundsätzlich gilt. Je defensiver die Ausrichtung ist, desto weniger Geld kann in Aktien und umso mehr muss in den Deckungsstock investiert werden, um die Garantie abzusichern. Was andersherum bedeutet: Je geringer das Garantieniveau gewählt wird, desto höher wird das Renditepotenzial aus dem Fondsinvestment. Je länger die Ansparzeit, umso mehr empfehlen Experten denn auch, komplett auf die Garantie zu verzichten. Fondspolicen mit geringer Garantie eigenen sich also vor allem für jüngere und risikobereite Anleger
Licht und Schatten bei den Steuern
Während der Ansparphase werden keine Steuern fällig – auch nicht auf (Kurs-)Gewinne bei einem Austausch von Fonds gegen andere. Ebenso ist die Rentenzahlung steuerlich begünstigt.
Bei Kapitalauszahlung gilt: Wer heute einen Vertrag abschließt, diesen mindestens zwölf Jahre hält und bei der Auszahlung mindestens 62 Jahre alt ist, muss einen möglichen Gewinn (Auszahlung abzüglich Ihrer eingezahlten Beiträge) nur zur Hälfte versteuern. Erhoben wird allerdings nicht Abgeltungssteuer, sondern Einkommenssteuer, die dann – je nach persönlichem Steuersatz – höher, aber auch niedriger ausfallen kann.
Wird die Versicherung vor dem vereinbarten Ende aufgelöst und die Fondsanteile werden verkauft, kann es allerdings teuer werden. Dann für die Erträge fallen dann unter anderem 25 Prozent Abgeltungssteuer an.
Darauf sollten Sie beim Abschluss achten
- Lieber günstige ETFs auswählen, aktiv gemanagte Fonds sind teurer.
- Auf die Verwaltungskosten achten, gerade hier gibt es deutliche Unterschiede.
- Beiträge nicht zu hoch ansetzen. Müssen sie während der Laufzeit reduziert werden, bleiben hohe Abschlusskosten bestehen.
- Mitgestalten, das heißt, sich auch während der Laufzeit die Anlagen im Auge behalten und möglicherweise umschichten.
- Die günstigsten Produkte gibt es zumeist bei Onlineversicherern. Vorab aber detailliert informieren. Ausführliche Tests gibt es in verschiedenen Finanzzeitschriften oder bei Stiftung Warentest.