Boys'Day und Girls'Day am 26. April Für mehr Chancengleichheit

Jungen Mut machen, auch neue Wege zu gehen: Das ist das Ziel des Boys'Day, der am 26. April stattfindet. Über 4.500 Veranstalterinnen und Veranstalter bieten dieses Jahr Aktionen für den männlichen Nachwuchs in Gesundheit, Pflege, Erziehung und sozialer Arbeit. Auch dem Handwerk würde es gut tun, wenn Berufe nicht mehr typisch männlich oder weiblich wären.

Heidi Roider

Am 26. April 2012 können Jungen am Boys'Day - Jungen-Zukunftstag teilnehmen. - © www.boys-day.de

Am 26. April 2012 können Jungen der fünften bis zehnten Schulklassen am Boys'Day - Jungen-Zukunftstag teilnehmen und so in Berufe hineinschnuppern, in denen Männer bisher unterrepräsentiert sind. Zusätzlich stehen den Jungen Angebote zur Identitätsentwicklung und Lebensplanung zur Verfügung.

Auch Handwerksbetriebe finden sich, wenn auch wenige, unter den teilnehmenden Unternehmen. Da wirbt dann auch mal ein Autohaus damit, dass Jungs nicht in die Werkstatt reinschnuppern können, sondern auch ins Büro als Bürokaufmann. Auch Fotografenmeister Rene Golz aus Hamm macht mit. Er sei über die Bundesagentur für Arbeit zum Boys’Day gekommen. Es sei eine nette Möglichkeit, "jungen Leuten zu zeigen, wie der Beruf des Fotofragen aussieht."

Dieser Zukunftstag soll einen kleinen Teil dazu beitragen, aus den starren Rollenbildern auszubrechen. Denn 54 Prozent der Jungen konzentrieren sich gerade einmal auf 20 Berufe. Woher diese Rollenbilder stammen, könne die Forschung zwar nicht genau sagen, so Miguel Diaz, wissenschaftlicher Referent, Boys'Day | Neue Wege für Jungs. Aber Jungen kleben noch stärker an Geschlechterrollen. "Die Schell-Studie von 2006 hat beispielsweise gezeigt, dass 60 bis 80 Prozent der Jungs sich noch als den typischen Ernährer sehen, hingegen aber nur 20 Prozent der Mädchen die Rolle der Hausfrau und Mutter anstreben", erklärt Diaz.

Mädchen seien da schon viel offener. Das habe aber auch damit zu tun, dass die Frauenbewegung schon viel länger versucht, aus diesen typischen Klischeevorstellungen auszubrechen.

Der Boys’Day soll den Jungen zeigen, dass es bei weitem mehr Berufe gibt, als etwa der Klassiker Mechatroniker. Der Anteil an Frauen in typischen Männerberufen nehme nämlich zu, umgekehrt stagnieren jedoch die Zahlen auf einem niedrigen Niveau.

Rollenbilder hinterfragen, neue Perspektiven eröffnen

Und der Boys’Day funktioniert. "Die Zufriedenheit im vergangenen Jahr war wahnsinnig hoch", sagt Diaz. An diesem Tag können Jungs jedoch nicht nur Berufe kennenlernen. "Die Jungen können auch an Workshops zu Sozialkompetenz, Rollenvorstellungen sowie Berufs- und Lebensplanung teilnehmen", sagt Diaz.

Denn auch darum gehe es beim Boys’Day: Rollenbilder hinterfragen und die gängigen Vorurteile abbauen. "Denn die Berufswahl hat sehr viel mit starren Rollenbildern zu tun", erklärt Diaz. Dadurch schränken sich Jungen, wie auch Mädchen, aber zu sehr in ihrer Berufswahl ein. Die Befragung unter knapp 6.500 Jungen im vergangenen Jahr habe gezeigt, dass Jungs sehr wohl auch an Berufen wie dem Erzieher interessiert sind, wenn man sie den lässt.

Der sich zum ersten Mal jährende Aktionstag findet neben der Förderung durch das Bundesfamilienministerium und den Europäischen Sozialfonds große Unterstützung durch Verbände aus Wirtschaft und Gesellschaft. Der Boys'Day - Jungen-Zukunftstag ist eine Aktion von Neue Wege für Jungs und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Damit Ihre spannenden Aktionen zum Girls'Day oder Boys'Day auch gelingen, haben wir für Sie noch einge Tipps zusammengestellt.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten www.boys-day.de , www.neue-wege-fuer-jungs.de und www.kompetenzz.de