Allgäu-Orient-Rallye Für Hobbyrennfahrer mit sozialem Engagement

Von Oberstaufen nach Amman – rund 6.000 km – legte das Team Mindeltal aus dem Allgäu in zehn Tagen zurück. Monatelang bastelten die sechs Mindelheimer an ihren drei Fahrzeugen, bis es losging. Wieder zurück im Allgäu bleibt nicht nur die Strecke und die technischen Herausforderungen in den Köpfen der Hobbyrennfahrer, sondern auch der neue Blick auf die Türkei, Georgien und Bulgarien.

Christina Geimer

Das Team Mindeltal legte 6.000 km von Oberstaufen nach Amman zurück. - © Team Mindeltal

"Die Armut der Menschen." – Christian Weigele, Geschäftsführer von Rampp Maschinenbau zögert nicht, wenn er nach dem nachhaltigen Eindruck seiner Rallye von Deutschland nach Jordanien gefragt wird. Mit zwei Kisten und zwei Säcken an Hilfsgütern pro Fahrzeug war sein Team beladen. Denn die Handwerker aus dem Allgäu wollten nicht einfach nur an der Rallye teilnehmen, sondern vereinbarten selbst Termine an Häusern des Ordens von Mutter Theresa (Missionaries of Charity). Sie überbrachten ihre Mitbringsel in Häusern in der Türkei, Bulgarien und Georgien.

"Vor der Reise hatte ich einen anderen Blick auf die Türkei. Die Leute waren sehr gastfreundlich", sagt Weigele. Mit seinem Bruder möchte er demnächst nochmal in die Region zu fahren, um weitere Hilfsgüter zu überbringen.

Auch die Allgäu-Orient-Rallye selbst steht unter Schirmherrschaft einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, dem World Food Project. Die Fahrzeuge der Teilnehmer werden am Ende Reise verkauft. Der Erlös fließt in gemeinnützige Projekte.

22 Stunde Autofahren ist nicht selten

Die Autos mussten beim Kauf mindestens 20 Jahre alt sein und durften nicht mehr als 1.111,11 Euro kosten. Das Team investierte vor der Abfahrt viel Zeit um die Fahrzeuge für die Reise zu rüsten. - © Team Mindeltal
Team Mindeltal daheim

Dabei sind die Fahrzeuge trotz der weiten Strecke sicher mehr wert als die maximal 1.111,11 Euro, für die sie nach den Regeln gekauft wurden. Denn diese Rallye ist etwas für Autofans, die gerne selbst Hand anlegen. Das Team Mindelheim hat viel Zeit investiert, um seine drei Wagen selbst umzubauen. Denn mit den Wagen sind sie nicht nur bis zu 22 Stunden täglich gefahren, sondern sie haben auch darin geschlafen.

Mit Fahrzeiten von mindestens 14 Stunden pro Tag kommen die Teilnehmer während der Reise selten zur Erholung. "Ich würde jederzeit wieder teilnehmen", ist Weigele trotz der Strapazen von der Rallye begeistert: "Man sieht viel und ist während der Fahrt auf den Landstraßen auf sich alleine gestellt."

So mussten das Team die anfallenden Schäden während der Rallye selbst reparieren und auf einigen Komfort verzichten: Vier Tag ohne Dusche gehört für die Teilnehmer dazu.

Das Team Mindeltal berichtet in seinem Tagebuch:

"Sonntag, 29.04.2012 - Allgäu Orient Rallye 2012: Abfahrt um 8.00 Uhr von Salzburg in Richtung Zagreb. Leider sind wir in die falsche Richtung gefahren und landeten wieder in Deutschland. Auf dem Radlpass mussten wir erstmals ungeplant Halt machen, da das Auto von Willi und Manni heiss wurde. Bei der Ankunft in Zagreb suchten wir etwa 2 Stunden die Missionaries of Charity. Um 21.30 Uhr erreichten wir endlich das Armenhaus und übergaben unsere Hilfsgüter. Weiterfahrt um 22.30 Uhr Richtung Serbien. Plötzlich landeten wir nach zweistündiger Irrfahrt auf einer Schotterpiste gegen 01:00 im Naturschutzpark Samerica. Wir mussten nun den ganzen Weg zurück fahren und entschieden uns erst am Morgen zurück zu fahren."

Weitere Eindrücke aus dem Tour-Tagebuch gibt es auf Facebook oder dem Internetauftritt des Teams Mindeltal.