Wie Sie ihr Geld richtig anlegen Fünf Tipps für Sparer

Der DAX schwankt seit drei Jahren - Prognose für die Zukunft unmöglich. Viele Anleger fragen sich deshalb, wie sie sich richtig verhalten und ihr Geld möglichst sicher investieren. Dabei lässt sich mit ein paar Grundregeln das Risiko eines finanziellen Schadens auch in turbulenten Börsenzeiten minimieren.

Auch in turbulenten Börsenzeiten sein Geld sicher anlegen: Wir haben die wichtigsten Regeln zusammengestellt. - © lassedesignen - Fotolia

1. Verluste begrenzen - ohne Wenn und Aber

Häufig neigen Privatanleger neigen oft dazu, Verluste aussitzen zu wollen. Sie hoffen einfach, dass am Ende alles von selbst wieder gut wird.

Diese Einstellung ist aber grundverkehrt. "So merkwürdig es klingen mag, aber wer an der Börse Erfolg haben will, sollte es sich auch leisten können, in dem einen oder anderem Fall Verluste zu akzeptieren", sagt Manfred Schmid, Leiter Marktsteuerung der Börse München. Finanzmarktprofis handeln deshalb nach dem Motto "Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen".

Diese Strategie lässt sich sehr gut mit der sogenannten Zehn-Prozent-Regel umsetzen: Wer Wertpapiere kauft, sollte dafür zehn Prozent vom Kaufkurs abziehen und den errechneten Wert als Untergrenze festlegen. Unterschreitet das Papier diese, wird es sofort abgestoßen. Bei den meisten Depots lässt sich das sogar automatisch einrichten. Auf diese Weise können Verluste diese Grenzen gar nicht überschreiten.

Steigen Aktien, Fonds oder Zertifikate im Wert, wird die Marke nachgezogen. Wurden Aktien für 50 Euro gekauft, die auf 60 Euro gestiegen sind, wird die Marke von anfangs 45 Euro auf dann 55 Euro erhöht. Rutscht der Kurs unter 55 Euro, wird automatisch verkauft und der Gewinn ist garantiert.

2. Nur "freies" Geld an der Börse einsetzen

Wer an der Börse investiert, der muss sich der Tatsache bewusst sein, dass seine Anlage Kursschwankungen unterliegt. Deshalb sollten Sparer kein Geld an der Börse einsetzen, das zu einem festen Termin benötigt wird. Sonst droht die Gefahr, dass die Papiere ausgerechnet in einer schlechten Börsenphase verkauft werden müssen und der Anleger dadurch unnötige Verluste macht.

3. Nicht an der Börse spielen

Es gibt eine Vielzahl börsengehandelter Anlageprodukte - und nicht alle leiden unter der Krise. Manche Wertpapiere, etwa Optionsscheine, werden in der Krise sogar besonders beworben, weil sie vom fallenden Kursniveau profitieren können. Allerdings sind diese Produkte etwas für erfahrene Anleger. "Nichts kaufen, was man nicht versteht", warnt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW.

Für den Laien gibt es gute Alternativen ...

Eine sinnvolle Alternative bieten in diesem Fall Fonds mit einem eingebauten Sicherheitsmechanismus, die so investieren, dass fallende Kurse zumindest teilweise aufgefangen werden. Von Nachteil ist dabei jedoch, dass bei steigenden Kursen dafür auch die Rendite etwas geringer ausfällt.

4. Nicht alles auf ein Pferd setzen

Anleger sollten auf keinen Fall nur in eine Anlageform gehen und ihr gesamtes Kapital in Aktien stecken. Wesentlich sinnvoller ist es, das Geld aufzuteilen und in mehrere Anlageklassen zugleich zu investieren, beispielsweise Tagesgeld, Anleihen oder Rohstoffe.

Durch eine breite Streuung sinkt das Gesamtrisiko eines Anlageportfolios. Das bestätigt auch Verbraucherschützerin Oelmann: "Sie sollten Ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen aufteilen, um Risiken zu minimieren."

5. Ruhe bewahren

Die vergangenen Jahre waren für Anleger nicht leicht. Zu oft waren die Börsen in Unruhe, Gewinne wurden über Nacht aufgezehrt. Trotzdem dürfen Anleger auch nicht den Fehler begehen, vorschnell zu handeln und hektisch zu verkaufen, wenn die Kurse fallen. "Nicht in Panik verfallen und auf Teufel komm raus verkaufen", rät Börsianer Schmid deshalb.

Die Vergangenheit zeigte, dass die Märkte nie dauerhaft ins Bodenlose fallen. Vielmehr erholen sie sich nach einem Absturz zumeist recht schnell wieder. Verlierer des Börseneinbruchs waren dann oft diejenigen, die zu schnell das Vertrauen verloren und in Panik geraten sind. Mit der Zehn-Prozent-Regel bauen Anleger auf einen Sicherheitsmechanismus, der hohe Verluste verhindert. Mehr Sicherheit braucht kein Sparer. dapd