Unternehmensführung -

Mitarbeitergespräch Feedback geben: Fünf Tipps für Vorgesetzte

Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind wichtig für den Betrieb. Doch damit das Feedback eine positive Wirkung entfaltet, müssen Vorgesetzte Fingerspitzengefühl beweisen. Fünf wichtige Tipps, damit Sie richtig Feedback geben.

Fast 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland wünschen sich laut einer Studie des Marktforschungsinstitutes Innofact von ihrem Chef mehr Feedback. Betriebsinhaber sollten auf diesen Wunsch eingehen, denn konstruktive Rückmeldung ist gut für die persönliche Weiterentwicklung - und damit auch für das Vorankommen des Betriebs.

"Feedback sollte in Unternehmen als Instrument der Personalentwicklung zum Einsatz kommen", sagt Thomas Hoefling, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Stuttgart. "Entsprechende Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter tragen zur Vertrauensbildung, Klarheit und damit zur gemeinsamen Zielorientierung bei."

Was gutes Feedback ausmacht

Angestellte bekommen dadurch das Gefühl, dass sie wertgeschätzt werden und ihre Leistung anerkannt wird. Kurz gesagt: Lob motiviert. Feedback-Gespräche können aber auch dazu dienen, Missverständnisse auszuräumen und so Fehlentwicklungen im Betrieb vorzubeugen.

Ein Fünftel der Arbeitnehmer, die Feedback erhalten, wissen aber laut der Studie gar nicht, was ihnen ihr Chef damit sagen möchte. Damit die Gespräche tatsächlich positiv wirken, müssen Vorgesetzte das Feedback richtig angehen. Hier sind fünf wichtige Tipps zusammengefasst.

  1. Feedback zeitnah geben: Um Feedback zu einem konkreten Anlass zu geben, sollten sich Vorgesetzte nicht zu lange Zeit lassen, denn sonst verfehlt es seine Wirkung. Vor allem Lob lässt sich auch kurz im Vorbeigehen aussprechen.
  2. Festen Termin vereinbaren: Gibt es keinen konkreten Anlass, sollten Chef und Mitarbeiter vorab einen festen Termin für das Feedback-Gespräch ausmachen und sich dafür ausreichend Zeit nehmen. Vor allem wenn es um Kritik geht, sollten die Besprechungen immer unter vier Augen stattfinden.
  3. Gut vorbereiten: Vorgesetzte sollten sich auf das Mitarbeitergespräch gut vorbereiten und es vorab strukturieren. Dafür ist es nötig, die Aufgabenbereiche des Mitarbeiters zu kennen und sich zu fragen: Was macht er besonders gut? Was wünsche ich mir mehr, was weniger?
  4. Mit Lob einsteigen: Das Feedback-Gespräch sollte immer mit etwas Positivem beginnen. Dann können negative Punkte angesprochen werden. Am Schluss sollten wieder positive Rückmeldungen stehen ("Sandwich-Funktion"). Gerade Kritik sollten Betriebsinhaber dabei nicht wertend, sondern beschreibend vermitteln. Auch der Mitarbeiter sollte ausreichend Zeit bekommen, seine Sicht der Dinge darzulegen. Dabei muss auch der Chef selbst Kritik einstecken können.
  5. Konkret und konstruktiv: Damit Mitarbeiter Kritik gut umsetzen können, sollten Betriebsinhaber beim Feedback möglichst konkret werden und Kritik oder Lob an Beispielen festmachen. Außerdem sollte Kritik immer konstruktiv sein, der Vorgesetzte sollte also bereits Verbesserungsvorschläge parat haben.

Mögliche Anlässe für Mitarbeitergespräche

  • Jahresgespräch,
  • Ende eines Projektes,
  • nach längerer Abwesenheit,
  • Probleme zwischen Mitarbeitern,
  • Potenzialentwicklung,
  • Zielvereinbarungen.

Ob der Mitarbeiter das Feedback annimmt und daraus etwas macht, entscheidet er – gerade wenn es sich um ein spontanes Gespräch handelt – selbst. Diese Regeln gelten auch für das formellere Jahresgespräch. Hier sollten beide Seiten jedoch ausreichend Zeit haben, sich auf darauf vorzubereiten.

Generalisierungen vermeiden

" Formale Feedback-Gespräche sollten jährlich ein- bis zwei Mal erfolgen", rät Hoefling. "Das spontane Feedback-Gespräch hat in der täglichen Arbeitswelt und einer angemessenen Situation seinen Platz." Damit die Mitarbeiter das Feedback tatsächlich annehmen und umsetzen, können sich Betriebsinhaber bei ihnen erkundigen, was ihnen daran wichtig ist. Grundsätzlich gilt jedoch laut Hoefling: "Rückmeldungen auf der Basis der eigenen Wahrnehmung, des eigenen Erlebens sind willkommen. Verallgemeinerungen und eigene Interpretationen haben im Feedback-Gespräch keinen Platz."

Auch externes Feedback kann für einen Betrieb hilfreich sein. Beschwerden oder Lob von Kunden sollten sowohl Chefs als auch Angestellte annehmen. Denn ihnen fallen oft Dinge auf, die man selbst gar nicht wahrnimmt. Auch aus Zeitungsmeldungen über das Unternehmen können Betriebsinhaber Anregungen für Veränderungen herausfiltern. sch

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