Früchte der Ausbildung

Erwiderung auf Leserbrief „Wer arbeitet eigentlich noch?“ aus DHZ Nr. 22, 19. November

Früchte der Ausbildung

Die geburtenschwachen Jahrgänge werden wir nicht allein damit ausgleichen, dass wir jedes Jahr aufs Neue das Renteneinstiegsalter nach oben verschieben oder die Arbeitszeit verlängern. Sicher war es nicht förderlich, dass die Regierung jahrzehntelang darauf beharrte, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Lange Zeit wurde den Einwanderern zu wenig abverlangt, aber auch zu wenig angeboten - beim Spracherwerb beispielsweise. Wer aber noch immer die Assimilation der Migranten fordert, hat die Zeit gründlich verschlafen. Das Handwerk lebt die kulturelle Vielfalt doch schon und das sehr erfolgreich! Rund 40 Prozent der Lehrlinge im Handwerk der Region Stuttgart haben einen ausländischen Pass oder Migrationshintergrund. Diese Lehrlinge bringen ein geerbtes kulturelles Kapital mit, das man nicht vergeuden darf, sondern nutzen muss. Was wir im Handwerk dringend brauchen, sind gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter. Egal welchen Pass oder Hintergrund sie mitbringen. Viele Handwerksmeister sind stolz auf ihre Fachkräfte mit mehrkulturellem Hintergrund - Früchte der Ausbildung und Integrationskraft unseres Handwerks.

Claus Munkwitz,

Ludwigsburg