Wann Pakete spätestens verschickt werden müssen Fristen vor Weihnachten: So kommen Geschenke per Post rechtzeitig an

Wann muss ich meine Geschenke spätestens verschicken, damit sie vor Weihnachten ankommen? Diese Frage stellen sich derzeit wieder viele Verbraucher und Betriebe. Das sind die Fristen für 2019 bei DHL, DPD, GLS und Hermes.

Max Frehner

Weihnachtkarten können noch bis zum 21. Dezember verschickt werden. Pakete müssen spätestens bis zum 20. Dezember in der Filiale eines Paketdienstes liegen. - © DOC RABE Media/ Fotolia.com

Nur noch wenige Wochen, dann ist Heiligabend. Betriebe, die in diesem Jahr ihren Kunden Weihnachtskarten oder kleine Geschenke schicken möchten, sollten auf die Öffnungszeiten der Paketzusteller achten – und die Päckchen am besten nicht auf den letzten Drücker abgeben. Aufgrund der Corona-Pandemie werden in diesem Jahr vermutlich noch mehr Pakete auf Reisen gehen als sonst. "Wir erwarten vor Weihnachten elf Millionen Pakete pro Tag", sagt Hans-Christian Mennenga von der Deutsche Post DHL Group. Das wären in der Tat so viele Sendungen wie noch nie. "Wir fahren unter Volllast", beschreibt Mennenga die Situation.

Auch die Wettbewerber erwarten, dass das Aufkommen der Sendungen in diesem Jahr vor Weihnachten auf Rekordniveau steigen wird. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der unter anderem die Paketdienste DPD, GLS, GO!, Hermes und UPS vertritt, rechnet im November und Dezember im Vergleich zu 2019 mit einer coronabedingten Verdopplung der Zuwächse bei den Paketsendungen. Allein Hermes geht von Oktober bis Dezember von insgesamt rund 120 Millionen Sendungen aus – rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Unternehmen haben sich auf diese Situation nach eigener Darstellung eingestellt: Die coronabedingte Mehrmengen wurden einkalkuliert, zusätzliche Fahrzeuge angeschafft und mehr Arbeitskräfte eingeplant, die Kapazitäten in den Logistikzentren erhöht und Abläufe optimiert. Damit soll die pünktliche Zustellung gewährleistet werden. Doch ob das in der Praxis auch tatsächlich in jedem Fall gelingt, will niemand mit Sicherheit zusagen.

Wer will, dass sein Weihnachtspräsent pünktlich zum Fest ankommt, sollte es vor diesem Hintergrund diesmal lieber etwas früher abschicken. Die Regellaufzeit von Standardsendungen von ein bis zwei Werktagen könne vor Weihnachten aufgrund von Verkehrsaufkommen und Wetterlage nicht immer eingehalten werden, erklärt der BIEK.

Weihnachten 2020: Das sind die Fristen der Paketdienste

Die Einlieferungsschlusszeiten bei DHL wurden in diesem Jahr etwas vorverlegt: Für Päckchen und Pakete im Inland gilt in allen Filialen und Packstationen deutschlandweit der 19. Dezember, 12 Uhr als letzter Termin. Pakete und Päckchen in die Nachbarländer sollten bis zum 14. Dezember abgegeben werden: Für Sendungen in sonstige europäische Länder ist der Stichtag der 10. Dezember.

Bei Hermes sollten private Pakete bis zum 21. Dezember abgegeben werden, damit sie bis zum Fest zugestellt werden können. Stichtag für internationale Sendungen ist hier der 15. Dezember.

DPD nimmt Weihnachtspakete bis zum 22. Dezember an, damit sie noch rechtzeitig bis Heiligabend ankommen.

Express-Versand teils noch am 23. Dezember möglich

Auch der Branchenverband BIEK rät, Pakete ohne Express-Option spätestens am 21. Dezember aufzugeben. "Einzelne Unternehmen stellen aber auch noch später angenommene nationale Sendungen bis zum 24. Dezember 2020 zu", heißt es.

Nimmt der Versender Expressdienstleistungen in Anspruch, kann er das Paket teilweise noch am 23. Dezember versenden. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich laut Verband, die Pakete bis Mitte Dezember zu versenden.

Internationale Sendungen sollten idealerweise bis Mitte Dezember versandt werden, die Lieferzeit variiert hier je nach Zielland und Paketdienstleister. Sendungen in das nahe Ausland können teilweise später, Pakete in weiter entfernte Ziele sollten früher aufgegeben werden.

Weihnachtskarten per Post bis zum 22. Dezember 2020 verschicken

Wer rechtzeitig vor Weihnachten Briefe oder Postkarten verschicken möchte, dem bleibt bei einem Versand innerhalb von Deutschland bis zum 22. Dezember Zeit. Innerhalb von Europa gibt die Deutsche Post den 16. Dezember als Frist an, für einen Versand außerhalb Europas gilt der 7. Dezember als Stichtag.

Mit Inhalten von dpa

6 Tipps, damit beim Versand der Weihnachtsgeschenke nichts schief geht

1. Pakete ohne Schleifen und Schnüre verpacken

Damit die Post rechtzeitig ans Ziel kommt, muss die Verpackung stimmen. Bunte Schleifen, Schnüre und Geschenkpapier sollten besser weggelassen werden. So ein Geschenk macht zwar Eindruck,  jedoch verheddern sich die Schnüre schnell in den Sortiermaschinen. Auch alte Pakete mit Barcodes sollten nicht verwendet werden, da diese die Sortiermaschine ebenfalls verwirren.

2. Empfänger eindeutig benennen

Empfänger sollten nicht mit Spitznamen benannt werden. Sonst gibt es eventuell Schwierigkeiten. Das Päckchen kann nicht zugestellt werden und muss später im Paketshop abgeholt werden. Dies passiert zum Beispiel schnell, wenn Tina auf dem Paket steht, im Personalausweis aber Bettina vermerkt ist.

Wer Weihnachtspost an Kinder verschickt, gibt als Empfänger am besten ein Elternteil an. Ansonsten kann es ein Problem sein, wenn das Kind keinen Ausweis hat, den der Paketdienst akzeptiert.

3. Empfänger muss das Paket zu Hause annehmen

Wenn der Postbote klingelt und der Empfänger nicht zu Hause ist, kommt das Päckchen auch nicht an. Egal, ob das Päckchen rechtzeitig abgeschickt wurde. Viele Dienstleister bieten deshalb eine Sendungsverfolgung an. Mit der Sendungsnummer lässt sich sehen, wo sich das Paket gerade befindet. Bei manchen Dienstleistern lässt sich so auch herausfinden, wann das Paket voraussichtlich ankommt. Hermes verspricht seinen Kunden dabei ein Zeitfenster von zwei bis vier Stunden. DPD wirbt sogar damit, die Ankunft bis zu 30 Minuten genau vorherzusagen.

Ein Sprecher des BIEK gibt noch einen weiteren Tipp: "Indem die Empfänger ihre Sendungen an Paketshops, Paketstationen und anwesende Nachbarn umleiten oder eine Ablagegenehmigung für ihren Wunschort erteilen, kann die Erstzustellquote und damit die logistische Effizienz weiter gesteigert werden."

4. Zeitungspapier und Luftpolsterfolie verwenden

Vasen, Glasrahmen oder Weingläser – wer sicher gehen möchte, dass das Geschenk auch heil beim Kunden ankommt, verschickt die Präsente lieber in passenden Kartons mit ausreichend Luftpolsterfolie und Zeitungspapier.

5. Teure Geschenke versichern

Nicht alles, was zu Bruch geht oder unterwegs verschwindet, ist versichert. Bei DHL zum Beispiel sind nur Pakete bis zu einem Wert von 500 Euro versichert. Sobald der Inhalt mehr wert ist als 500 Euro, entfällt die Haftung komplett. Päckchen und Standardbriefe sind nicht versichert.

Die Alternative ist der WERT National Service. Damit können Bargeld und Wertsachen innerhalb Deutschlands als versicherter Brief versendet werden. Bei Sachwerten haftet die Deutsche Post bis 500 Euro, bei Bargeld bis 100 Euro. Ein Kombination von Sachwert und Bargeld ist nicht möglich.

Sollen Paketsendungen mit einem noch höheren Wert verschickt werden, ist eine separate Transportversicherung ratsam. DHL bietet gegen Aufpreis einen Versicherungsschutz bis 2.500 Euro oder 25.000 Euro an.

6. Achtung bei Sendungen ins Ausland

Bei Weihnachtspäckchen, die ins Ausland geschickt werden, ist nicht nur die stabile Verpackung, sondern auch der Inhalt relevant. Selbstgebackene Plätzchen dürfen nicht in jedes Land verschickt werden. Wer Lebensmittel ins Ausland verschicken möchte, sollte sich vorher über die im Empfängerland geltenden Einfuhrbestimmungen erkundigen. fre