Das Friseurhandwerk bleibt trotz Wirtschaftskrise für das laufende Jahr optimistisch. Friseure seien weit weniger von Konjunkturkrisen betroffen als andere Dienstleistungsbranchen, berichten Branchenexperten.
Friseure trotz Krise optimistisch
Den Messeangaben zufolge hat die Branche in den vergangenen fünf Jahren ein Wachstum verzeichnet. Die Zahl der Friseursalons stieg in dieser Zeit um etwa 5000 auf rund 75.000. Dabei legten vor allem die Filialbetriebe zu, die mit jetzt 10.500 Geschäften rund ein Siebtel des Angebots ausmachen. Insgesamt erwirtschaftet die Branche pro Jahr
rund fünf Milliarden Euro Umsatz. Der Markt zeigt sich dabei breitgefächert vom 10-Euro-Salon bis hin zum teuren Wellness-Tempel. Tendenziell seien die Läden in den vergangenen Jahren kleiner geworden, hieß es.
Laut Statistik gehen Männer pro Jahr 6,5-mal zum Friseur, Frauen 5,3-mal. Mit 43 Euro geben Frauen beim Friseurbesuch aber rund dreimal soviel aus wie Männer mit 15 Euro. Insgesamt gehen jedoch lediglich zwei Drittel der Bundesbürger mindestens einmal pro Jahr zum Friseur. Das verbleibende Drittel setzt auf Haarschnitte in Eigenregie, beispielsweise durch Familienangehörige.
"Für Friseure liegt in der angespannten Wirtschaftslage eine Chance, wenn sie sich noch besser auf ihre jeweilige Zielgruppe einstellen", sagte die Chefredakteurin der Fachzeitschrift "Top Hair International", Rebecca Kandler. Punkten könnten die Betriebe statt mit Einheitsschnitten mit modischen Frisuren und guter persönlicher Beratung.
Als Kontrast zur Krisenstimmung sollen die Frisuren des Frühjahres deshalb mit mehr Glanz und Farbe gute Laune verbreiten, wie es weiter hieß. Auch bunte und auffallende Accessoires wie farbige Haarbänder hätten in diesem Jahr ihren Platz in der Frisurengestaltung. Für das entsprechende handwerkliche Zubehör ist die Top Hair zuständig, die seit vier Jahren jährlich in Düsseldorf stattfindet und inzwischen als wichtigste Fachmesse für Friseure in Deutschland gilt. In diesem Jahr zeigen 260 Aussteller die neuesten Produkte, Werkzeuge und Einrichtungen.
Düsseldorf als Messegastgeber ist nicht nur Modestadt, sondern auch "heimliche" Hauptstadt der Friseure, wie die Messe ermittelt hat. Zwar gibt es in Berlin mit 2.312 Friseurbetrieben die meisten Salons. Doch bezogen auf die Friseur-Dichte haben die 663 Salons der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bundesweit die Nase vorn. Kommen auf die 3,4 Millionen Einwohner Berlins 0,7 Friseure je 1.000 Einwohner, sind es in der 582.000-Einwohner-Stadt Düsseldorf 1,1. Im etwa gleich großen Stuttgart (591.000 Einwohner, 584 Salons) liegt die Friseur-Dichte bei 1,0 und in Frankfurt (672.000 Einwohner, 624 Salons) bei 0,9.
ddp
