Vorder- und Hinterachse mit eigenem Motor Ford rüstet den E-Transit Custom mit Allradantrieb aus

Elektrotransporter mit Allradantrieb sind im Kommen. Immer mehr Hersteller werden dem Beispiel von Ford folgen.

Ford E-Transit Custom
Wintereinsatz in den italienischen Alpen: Vor dem Serienstart wurde das neue Allradsystem für den Ford E-Transit Custom unter realen Bedingungen ausgiebig getestet. - © Ford Pro

Elektro-Transporter haben mittlerweile alle Hersteller im Angebot. Handwerker, die einen Allradantrieb benötigen, mussten bisher aber auf einen Verbrenner zurückgreifen. Doch das ändert sich gerade. Ford rüstet den E-Transit Custom mit einer motorisierten Vorderachse aus. Zusammen mit dem Heckmotor verteilt sie bis zu 630 Nm Drehmoment auf alle vier Räder. Ab dem Frühjahr 2026 soll der Ford E-Transit Custom AWD bei den Händlern stehen.

Das intelligente Antriebssystem wurde speziell für die elektrische Plattform entwickelt. Im Gegensatz zu einem mechanischen Allradantrieb, bei dem Vorder- und Hinterachse miteinander verbunden sind, würden die beiden elektrischen Antriebseinheiten des E-Transit Custom AWD völlig unabhängig voneinander arbeiten. Jede Einheit kann die volle Leistung des Fahrzeugs bereitstellen, um trotz unterschiedlicher Griffigkeit die Kontrolle und Leistung aufrechtzuerhalten, erklärt Ford.

Bis zu 50-mal pro Sekunde überwacht das System den Radschlupf und passt das Drehmoment in Echtzeit an. Computer überwachen die Lenkbewegungen sowie die Bodenhaftung und steuern je nach Bedarf Drehmoment und Bremskraft für jedes Rad. Dies hilft beim Anfahren, wenn eine Seite des Transporters in Schlamm oder Schnee steht. Oder beim Fahren auf losem Untergrund oder auf nasser Straße. Gleichzeitig erhöht sich die Kurvenstabilität des Wagens.

Effizienzvorteile durch Rekuperation

Laut Ford bringt die Doppelmotor-­Konfiguration auch Effizienzvorteile mit sich. Bei langsamer Fahrt mit häufigem Stoppen und Anfahren könne der E-Transit Custom AWD bis zu 50 Prozent mehr Energie durch Rekuperation zurückgewinnen als das Standardmodell, um die Reichweite zu optimieren.

Vor dem Serienstart wurde das neue Allradsystem auf dem Ford-­Testgelände im belgischen Lommel einem Härtetest auf verschiedenen Untergründen unterzogen: von glattem Asphalt bis zu losem Schotter. Im Klimatestzentrum in Köln wurde es extremen Temperaturen ausgesetzt. Und in Finnland, Schweden und den italienischen Alpen unter realen Extrembedingungen getestet. Dabei seien auch die verschiedenen AWD-­Fahrmodi von glatt/rutschig (Slippery Mode) bis offroad (Trail Mode) abgestimmt worden.

50 Prozent mehr Power als Hecktriebler

Mit Leistungsoptionen von 136, 218 oder 285 PS ist das Allradantriebssystem für Kastenwagen, Kombi, Doppelkabine und Multi-Cab erhältlich. In seiner stärksten Ausführung übertrifft das AWD-System mit einem Ge­­samtdrehmoment von 630 Nm die Version mit Heckantrieb um mehr als 50 Prozent. Die maximale Nutzlast liegt bei 914 kg, die Anhängelast gibt Ford mit 2.300 kg an.

Neben dem Ford E-Transit Custom sollen auch der neue E-Transporter und der ID Buzz Cargo von Volkswagen noch in diesem Jahr mit einem Allradantrieb ausgestattet werden. Maxus, eine Marke des chinesischen Saic-Konzerns, bietet den eDeliver 7 schon seit 2025 in einer AWD-Variante an. ste