„Finanztest“ vergleicht Rürup-Rentenversicherungen. Hohe Rendite bei Verträgen mit kurzer Laufzeit
Fokus liegt auf der Garantie
Wer selbstständig ist und weder eine Riester-Rente abschließen, noch betriebliche Altersvorsorge betreiben kann, hat mit der Rürup-Rente eine Möglichkeit, staatlich gefördert fürs Alter vorzusorgen. Stiftung Warentest hat 76 klassische Rentenversicherungen getestet.
Keine Unisextarife bei Rürup
Das Alter hat normalerweise eher Nachteile. Von der Basis- oder Rürup-Rente, die Vater Staat steuerlich als Altersvorsorge fördert, profitieren Ältere dagegen am meisten. Wer kurz vor der Rente die Förderung in vollem Umfang nutzt, hat einen wirklich guten Deal gemacht: Das Finanzamt erkennt Steuervergünstigungen bis zu einer Höhe von 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare an. Im Jahr 2008 werden davon 66 Prozent als Sonderausgaben anerkannt – bis zu 13.200 Euro für Singles und 26.400 Euro für Verheiratete. Jedes Jahr steigt dieser Anteil und erreicht 100 Prozent im Jahr 2025. Dafür muss später ein Teil der Rente in Abhängigkeit vom Renteneintrittsjahr versteuert werden. Auch hier steigt der Prozentsatz jährlich an. Wer 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern, die 100 Prozent werden im Jahr 2040 erreicht. Der einmal festgelegte Betrag bleibt lebenslang erhalten. Doch zurück zu den Älteren: Verträge mit nur noch kurzer Laufzeit bis zum Renteneintritt bringen deshalb eine besonders hohe Rendite, weil die Einzahlungen zu einem größeren Teil steuerfrei sind, als später der Anteil der Rente, der steuerpflichtig ist.
Daneben sind Riester-Verträge auch für jüngere Selbstständige sinnvoll. „Die Rendite einer nicht geförderten privaten Rentenversicherung schlägt ein Rürup-Vertrag allemal“, findet die Zeitschrift „Finanztest“, die sich in Ausgabe 5/2008 mit klassischen Riester-Rentenversicherungen befasst. Bei der Auswahl raten die Experten der Stiftung Warentest, vor allem auf die garantierte Rente zu achten, also den Monatsbetrag, den man nach Abzug aller Abschluss- und Verwaltungskosten ganz sicher in der Phase des Rentenbezugs bekommt.
Anders als bei der Riester-Rente gibt es bei Rürup keine einheitlichen Tarife für Männer und Frauen, so dass Frauen aufgrund ihrer statistisch höheren Lebenserwartung bei Rürup für den gleichen eingezahlten Betrag weniger Rente bekommen. „Bei der Garantierente gibt es je nach Anbieter Unterschiede bis zu knapp 100 Euro“, ist das Ergebnis des Tests. „So bekommt ein 40-jähriger Mann, der wie in unserem Modell 25 Jahre lang jährlich 6.000 Euro in einen Rürup-Vertrag einzahlt, bei CosmosDirekt ab dem 65. Lebensjahr eine garantierte Rente von 821 Euro im Monat. Bei der Barmenia sind es nur 722 Euro“, schreiben die Finanztester.
Neben der garantierten Rente spielt die Überschussbeteiligung, die sich aus der Anlage der Kundengelder auf dem Kapitalmarkt ergibt, eine wichtige Rolle. Dieser Anteil ist allerdings nicht garantiert, sondern richtet sich nach den Entwicklungen am Kapitalmarkt, nach der Anlagestrategie (Rentenversicherungen sind immer auf Sicherheit bedacht) und nach dem Geschick der Kapitalanleger der jeweiligen Gesellschaft. „So erhöht zum Beispiel die Debeka die 799 Euro garantierte Rente unseres Modellkunden auf 1.237 Euro – vorausgesetzt sie wirtschaftet künftig genauso gut wie in den vergangenen Jahren“, meint Finanztest.ep
