Die Verbraucher können sich in diesem Jahr auf stabile Fleischpreise einstellen. Grund seien vor allem leicht gesunkene Produktionskosten und die Erwartung stabiler Exporte, berichtet der Deutsche Fleischerverband.
Fleischpreise sollen 2009 stabil bleiben
Zufrieden zeigt sich die Branche über einen weitgehend stabilen Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren im ersten Halbjahr. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise sparten die Kunden hier nicht beim Einkauf, hieß es. Es werde aber weiterhin sehr preisbewusst gekauft. Insgesamt geht die Branche laut DFV für 2009 von einem zum Vorjahr stabilen Gesamtumsatz von rund 15,6 Milliarden Euro aus.
Trotzdem stellt sich die Branche auf eine weitere Ausdünnung ihrer Produktionsstätten ein, weil der Trend hin zu größeren Betrieben geht und für kleinere Meisterbetriebe oft kein Nachfolger gefunden wird. "Wir werden weitere Betriebe verlieren", sagte DFV-Präsident Manfred Rycken. Ende 2008 gab es deutschlandweit noch 16.226 eigenständige Meisterbetriebe – 3,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Verkaufsstellen sank um 1,6 Prozent auf 27 137. Die Zahl der Beschäftigten lag mit 153 000 um 2000 niedriger.
Der größte Handels- und Dienstleistungsverbund der Branche, die Zentralgenossenschaft des deutschen Fleischergewerbes (Zentrag eG), erwartet unterdessen für das laufende Jahr ein Umsatzplus von 2,1 Prozent nach einem Zuwachs von 3,3 Prozent auf 771 Millionen Euro im Vorjahr. Der vor 60 Jahren gegründeten Zentrag gehören heute 52 Fleischer-Genossenschaften an. Unter der Eigenmarke "Gilde" vertreibt die Zentrag in den Fachgeschäften nicht nur Fleisch- und Wurstwaren, sondern auch Obst- und Gemüsekonserven.
Die großen Fleischerzeuger exportieren den Zentrag-Angaben zufolge rund die Hälfte ihrer Produktion überwiegend in die EU-Länder. Der Verlauf des wichtigen Ausfuhrgeschäfts beeinflusst damit maßgeblich auch die Preisgestaltung im Inland. Die Zentrag konnte bei ihren Mitgliedern in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres neben einer leicht um 1,4 Prozent gestiegenen Fleischerzeugung auch ein deutliches Exportplus von 14,4 Prozent verbuchen.
Laut Zentrag zeichnet sich für das laufende Jahr auch wieder ein steigender Fleischverzehr der Verbraucher ab, nachdem der Pro-Kopf-Verbrauch im Vorjahr gegenüber 2007 von 61,1 auf 60,5 Kilogramm gesunken war. Der Verzehr ist seit Jahren schwankend, so hatte er 2006 mit 59,4 Kilogramm unter dem Vorjahreswert gelegen. Vor allem Geflügelfleisch sei zuletzt immer beliebter geworden, während die Entwicklung bei Schweine-, Rind- und Kalbfleisch leicht rückläufig gewesen sei (Tabelle: Daten von 2008; Quelle: DFV).
Frank Bretschneider/ddp
