Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren sind im Mai erneut gesunken. Der entsprechende Index sank von 7,6 Zählern im April auf nun 3,1 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 3,5 Zähler gerechnet.
Finanzprofis glauben nicht an ungebremstes Wachstum
Mannheim (dapd). Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren sind im Mai erneut gesunken. Der entsprechende Index sank von 7,6 Zählern im April auf nun 3,1 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 3,5 Zähler gerechnet.
Das ZEW erklärt den Rückgang mit der "exzellenten Lageeinschätzung". Die befragten Analysten und Anleger hätten die aktuelle konjunkturelle Situation so gut wie noch nie bewertet: Der Indikator stieg um 4,4 Punkte auf 91,5 Zähler. Dazu beigetragen habe das starke Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal. Angesichts dieser Entwicklung hielten die Finanzmarktexperten eine weitere Steigerung der Konjunkturdynamik für unwahrscheinlich, erklärte das ZEW.
Zu den rückläufigen Erwartungen beigetragen hätten auch durchwachsene Konjunktursignale aus den USA und ein schwächerer Ausblick für China. "Deutschland hat die Folgen des Wirtschaftseinbruchs unerwartet schnell wettgemacht. Diese erfreuliche Dynamik wird sich indes nicht ungebremst fortsetzen", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Risiken wie die Schuldenkrise im Euro-Raum sowie weltwirtschaftliche Ungleichgewichte dürften nicht klein geschrieben werden.
Der ZEW-Konjunkturindex gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.
dapd
