Konjunkturerwartungen von Analysten und Anlegern im Juni drastisch gefallen Finanzprofis drosseln Aufschwung-Euphorie

Die Konjunkturerwartungen von Deutschlands Finanzmarktexperten haben sich im Juni überraschend stark eingetrübt. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index sank um 12,1 Zähler auf minus 9,0 Punkte und lag damit erstmals seit acht Monaten im negativen Bereich.

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Finanzprofis drosseln Aufschwung-Euphorie

Mannheim (dapd). Die Konjunkturerwartungen von Deutschlands Finanzmarktexperten haben sich im Juni überraschend stark eingetrübt. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index sank um 12,1 Zähler auf minus 9,0 Punkte und lag damit erstmals seit acht Monaten im negativen Bereich. Grund für den drastischen Einbruch dürfte die Sorge um eine Pleite Griechenlands sein, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit.

"Die Schwierigkeiten im Euroraum und die befürchtete Konjunkturabschwächung in den USA schlagen den Finanzmarktexperten offenbar aufs Gemüt", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Nach Auffassung der Finanzmarktexperten mehren sich zudem die Anzeichen, dass sich der Höhenflug der deutschen Wirtschaft in den nächsten Monaten abschwächen könnte.

Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland fiel im Juni etwas niedriger aus. Der entsprechende Indikator sank von dem Rekordniveau im Mai um 3,9 Zähler auf 87,6 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone brachen im Juni um 19,5 Punkte gegenüber dem Vormonat ein auf minus 5,9 Zähler. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechterte sich den Angaben zufolge um 9,8 Punkte auf 3,8 Zähler.

Der ZEW-Konjunkturindex gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.

dapd