Konjunktur Finanzministerium sieht zunehmende Wachstumsrisiken

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euroraum weiter gesenkt und gleichzeitig die Schätzungen für die Inflationsrate angehoben. Das Bundesfinanzministerium sieht darüber hinaus steigende Risiken für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.

Finanzministerium sieht zunehmende Wachstumsrisiken

In dem Zwischenbericht der EU-Kommission wird für 2008 ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum von nur noch 1,8 Prozent prognostiziert. In der Herbstprognose vom November 2007 war die Wachstumserwartung bereits auf 2,2 Prozent zurückgenommen worden.

Die im Herbst bereits als Abwärtsrisiken genannten Faktoren – die anhaltenden Finanzturbulenzen, die deutliche Abschwächung in den USA und die hohen Rohstoffpreise – wirkten sich bereits negativ aus, heißt es in dem Bericht.

Für die gesamte EU wird nun nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent nach bislang 2,4 Prozent erwartet. 2007 war das BIP in der Eurozone nach vorläufigen Angaben um 2,7 Prozent und in der gesamten EU um 2,9 Prozent gewachsen.

Für den Euroraum prognostiziert die Kommission nun wegen der starken Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Energie für das laufende Jahr einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,6 Prozent statt bisher 2,1 Prozent. Für die gesamte EU wird eine Teuerung von 2,9 nach bislang 2,4 Prozent erwartet. Allerdings dürfte die Inflation der Kommission zufolge im letzten Quartal 2008 wieder auf ein "normaleres Niveau" zurückgehen.

Wirtschaftserwartung könnte stark gedämpft werden

Das Bundesfinanzministerium sieht steigende Risiken für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Die konjunkturelle Abschwächung in den USA, die fortgesetzte Aufwertung des Euro sowie ein weiterer Ölpreisanstieg könnten stärker ausfallen als bislang erwartet und damit die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auch deutlicher dämpfen als bislang angenommen, heißt es im Monatsbericht Februar des Ministeriums.

Es bestünden weiterhin Risiken, "die die außenwirtschaftlichen Impulse auf die deutsche Wirtschaft mehr als bisher erwartet beeinträchtigen könnten". Trotz der fortgesetzten Aufwertung des Euro und eines etwas schwächeren weltwirtschaftlichen Wachstums beurteilt das Ministerium die Aussichten für die Exportentwicklung insgesamt als positiv. Darauf deuteten der beschleunigte Anstieg der Auslandsaufträge, insbesondere für Investitionsgüter, und die weiterhin optimistischen Exporterwartungen hin.

Das Ministerium rechnet im Jahresverlauf mit einem verstärkten privaten Konsum. Die weiterhin günstige Arbeitsmarktsituation und die damit einhergehende Verbesserung der Einkommensperspektiven dürften eine Erholung des privaten Konsums im Verlauf des Jahres stützen.

ddp