Die Bankenaufsicht Bafin hat im vergangenen Jahr gegen die HSH Nordbank im Zusammenhang mit dem riskanten Milliardengeschäft "Omega 55" ein Bußgeld verhängt und dabei schwere Vorwürfe gegen die frühere Bankspitze erhoben. Die HSH musste mehr als 50.000 Euro zahlen, weil sie der Bafin wichtige Fakten verschwiegen hatte, wie das Radioprogramm NDR Info berichtet.
Finanzaufsicht verhängte Bußgeld gegen HSH Nordbank
Hamburg (dapd). Die Bankenaufsicht Bafin hat im vergangenen Jahr gegen die HSH Nordbank im Zusammenhang mit dem riskanten Milliardengeschäft "Omega 55" ein Bußgeld verhängt und dabei schwere Vorwürfe gegen die frühere Bankspitze erhoben. Die HSH musste mehr als 50.000 Euro zahlen, weil sie der Bafin wichtige Fakten verschwiegen hatte, wie das Radioprogramm NDR Info berichtet. In einem Bußgeldbescheid vom 8. September 2010 stelle die Aufsichtsbehörde zudem gravierende organisatorische Mängel bei der Bank fest.
Zwei im Dezember 2007 und Februar 2008 an die HSH Nordbank gerichtete Anfragen zu "Omega 55" seien nur unvollständig beantwortet worden. Die Bafin werfe dem norddeutschen Geldinstitut zwar lediglich Fahrlässigkeit vor, betone jedoch, dass es zahlreiche Hinweise für eine bewusste Täuschung der Bankenaufsicht gegeben habe.
Die HSH Nordbank wollte Ende 2007 eigene Milliardenrisiken der französischen Bank BNP Paribas übertragen, um dadurch die Bilanz zu entlasten. Nach von der Bafin zitierten bankinternen Dokumenten war offenbar von vornherein geplant, die Risiken nach kurzer Zeit wieder zurück in die HSH-Bilanz zu nehmen. Das interne Risikomanagement der Nordbank bezweifelte deshalb, dass die Bankenaufsicht diese Entlastung auch als bilanzwirksam anerkennen würde.
dapd
