Augenoptiker Filialisten sorgen für steigenden Umsatz

Das Jahr 2012 brachte vor allem den Filialisten unter den Augenoptikern ein moderates Wachstum. Um im Wettbewerb mit ihnen und Onlinehändlern weiter konkurrenzfähig zu bleiben, ruft der Zentralverband der Augenoptiker traditionelle Augenoptiker dazu auf, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren.

Traditionelle Augenoptiker sollten sich laut ZVA vor allem auf Serviceleistungen konzentrieren. - © Foto: Kzenon/fotolia

Brillenträger in Kauflaune: Der Umsatz in der Augenoptik-Branche ist 2012 um 2,5 Prozent auf 5,165 Milliarden Euro gestiegen. Ein Großteil des Wachstums geht dabei auf Filialisten zurück. Der Umsatz der mittelständischen Betriebe nahm laut Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) nur geringfügig zu, während die Anzahl der verkauften Brillen konstant blieb. Insgesamt verkauften augenoptische Betriebe im vergangenen Jahr 11,32 Millionen komplette Brillen (plus 2 Prozent) und 35,01 Millionen Brillengläser (plus 1,6 Prozent)

Brillenträger achten zunehmend auf Preise

Daran hatte die reine Brillenoptik einen Anteil von 81,8 Prozent, die restlichen 18,2 Prozent machen Kontaktlinsenoptik, Pflegemittel, Hörgeräte und Handelswaren aus. Der Onlinehandel ist in diesen Zahlen aufgrund einer fehlenden verlässlichen Datenbasis nicht berücksichtigt. Der ZVA schätzt jedoch, dass dort 2012 rund 350.000 Brillen verkauft wurden, bei einem Umsatz von 130 Mio. Euro. Dies entspräche einer Umsatzsteigerung von rund 24 Prozent im Vergleich zu 2011.

Brillenträger scheinen zunehmend auf niedrige Preise zu achten. Davon profitierten Filialisten und Onlinehändler. Die zehn größten Filialisten erzielten im vergangenen Jahr 37,3 Prozent des Gesamtumsatzes. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollten sich traditionelle Augenoptiker daher in Zukunft noch mehr auf ihre Stärken konzentrieren, also vermehrt Dienstleistungen in Form von Sehanalysen, Augenüberprüfungen oder Screeningtests anbieten, so der ZVA.

"Wir haben Lösungsansätze entwickelt, damit der Augenoptiker weiter der erste Ansprechpartner für das gute Sehen bleibt", sagte ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod.

Kampfansage an Onlinehandel

Gegen wettbewerbswidrige Aussagen der Konkurrenz aus dem Internet will sich der ZVA auch weiterhin zur Wehr setzen. "Die Urteile der jüngsten Vergangenheit bestärken uns auf diesem Weg. "Wir können und wollen den Handel mit Brillen im Internet nicht verbieten, aber wir werden nachdrücklich dagegen vorgehen, damit der Vertrieb der Onlineanbieter nicht mit der Qualität, die der Augenoptiker liefert, gleichgesetzt wird (…)", so Truckenbrod weiter.

Ende vergangenen Jahres hatte das Kieler Landgericht dem Internetbrillenhändler 4 Care GmbH (lensbest.de) verboten, seine Korrektionsbrillen mit dem Hinweis "Immer in erstklassiger Optiker-Qualität" zu bewerben.

Zahl der Betriebe bleibt konstant

Zufrieden zeigt sich der Verband mit den konstant niedrigen Arbeitslosenzahlen in der Branche. Ende 2012 waren nur 612 Augenoptiker arbeitslos – ein neues Rekordtief. Die Zahl der augenoptischen Betriebe hat sich 2012 mit 12.030 Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Während jedoch die Zahl der mittelständischen Betriebe leicht zurückgegangen ist, befanden sich die Filialisten auch hier im Aufwind. dhz