Fiat Professional Team Trophy 2019 Metallbauer haben das Erfolgsrezept

Mit dem Duo von Metallbau Bernt holten bei der Fiat Professional Team Trophy erstmals die Vertreter der Deutschen Handwerks Zeitung den Sieg.

Ulrich Steudel

Wolkenverhangen präsentierte sich das Tal des Serchio, des drittgrößten Flusses der Toskana, zum Auftakt der diesjährigen Fiat Professional Team Trophy. - © Stephen Reuss

André Bernt und seine Schwester Ines Deutscher haben bei der Trophy in der Toskana unter Beweis gestellt, dass Metallbauer nicht nur mit heißen Eisen umgehen können. Für ihren Sieg mussten die Beiden aus dem erzgebirgischen Thum nämlich eine Pizza backen, die dem strengen Urteil italienischer Köche standhielt. Aber die Trophy forderte die Teilnehmer auch im Umgang mit den Fiat Transportern, die für die Tour bereit standen.

Auf Tour imFiat Talento

Zu dem Wettbewerb waren auf Einladung von Fiat zehn Zweierteams aus dem Handwerk und der Transportbranche angetreten. Dabei mussten sie zunächst auf Zeit den Laderaum ihres Kastenwagens mit dem Online-Konfigurator My-Sortimo einrichten. Hauptaufgabe war aber das Backen einer Pizza, deren Zutaten in sechs vorgegebenen Geschäften der Region eingekauft werden mussten, wobei die Adressen der Geschäfte selbst herauszufinden waren. Als Fahrzeug stand dem Team der Deutschen Handwerks Zeitung ein Fiat Talentozur Verfügung.

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    Hauptdarsteller der Fiat Professional Team Trophy 2019 war der Fiat Talento.
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    Metallbaumeister André Bernt und seine Schwester Ines Deutscher aus Thum im Erzgebirge holten für die Deutsche Handwerks Zeitung den Sieg.
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    Neben dem Fiat Talento waren auch je ein Doblo Cargo und ein Ducato im Feld der Trophy.
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    Als erste Aufgabe mussten die zehn Zweiteams mit dem Online-Konfigurator von Sortimo den Laderaum ihres Transporters einrichten.
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    Bevor es ernst wurde, konnten die späteren Sieger noch mit Katharina Krück von Fiat (l.) und Jana Heiß von Sortimo (r.) für den Fotografen posieren.
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    Am besten kamen Aline und Dirk Rohweder vom Team handwerk magazin mit dem Online-Konfigurator zurecht. Die SHK-Unternehmer nutzen das System auch in ihrem Betrieb in Haßloch (Rheinland-Pfalz).
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    Bevor es auf Tour ging, mussten die Teilnehmer die Zutaten für diese Pizza herausfinden, die sie dann in sechs Geschäften der Gegend einzukaufen hatten.
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    Auf die Sichtprobe folgte eine echte Kostprobe, um die Inhaltsstoffe herauszuschmecken. Danach mussten André Bernt und Ines Deutscher noch die Adressen der Geschäfte herausfinden.
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    Der Talento vom Team Deutsche Handwerks Zeitung ging als letzter auf die Strecke. Die gründliche Vorbereitung kostete den Erzgebirgern zwar Zeit, zahlte sich später aber aus.
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    Die Einkaufstour führte die Teams durch die anfänglich noch regenverhangenen Berge der Garfagnana in der Provinz Lucca.
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    Dieser Metzger in Montecarlo steuerte den Schinken zur Pizza bei.
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    Insgesamt sechs kleine Spezialitätengeschäfte mussten angefahren werden, was mit einer Quittung und einem Foto zu belegen war.
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    Die historische Altstadt von Montecarlo darf nicht mit dem Auto befahren werden.
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    Die Route führte die Teams durch malerisch gelegene kleine Ortschaften wie Bagni di Lucca.
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    Mangelnde Italienischkenntnisse waren für Metallbaumeister André Bernt kein Hindernis, um mit den einheimischen Geschäftsleuten ins Gespräch zu kommen.
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    Letzte Station auf der Trophy durch die nördliche Toskana war Villa Basilica.
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    Nur kurz konnten die Teilnehmer die Abendsonne genießen, ehe es zum Pizzabacken in die Küche ging.
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    Ungewohnte Arbeitskleidung vor der abschließenden Aufgabe.
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    Mit Mehl hat Andreas Böttcher aus der Nähe von Hannover in seinem Berufsalltag eher wenig zu tun. Trotzdem holte er zusammen mit Dachdeckermeister Andreas Kellner den zweiten Platz.
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    Handwerker als Pizzabäcker, das klappt besser als man denkt.
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    Kann nicht nur mit Aluminium und Eisen umgehen: Metallbaumeister André Bernt knetet Pizzateig.
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    Stillleben aus der Pizzaküche.
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    Eine der Kreationen aus Handwerkerhand.
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    Abschließend bewerteten drei italienische Köche die Backkünste der deutschen Handwerker.
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    Außer Konkurrenz: Bevor die Teilnehmer wieder die Heimreise antraten, wurde es noch einmal nass.
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    Beim Rafting war es dann aber egal, dass zum Abschied auch der Himmel seine Schleusen öffnete.

Grundlage für den Erfolg von André Bernt und Ines Deutscher war ihr strategisches Vorgehen, eine Eigenschaft, die die Geschwister auch bei der Führung des heimischen Handwerksbetriebs im erzgebirgischen Thum pflegen. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Obwohl alle anderen Teams schon unterwegs waren, wollten wir unsere Route exakt planen, bevor wir starten“, beschrieb André Bernt das Erfolgsrezept. Selbst von den Ratschlägen der Verkäufer, dass zum Beispiel gekochte Eier auf einer italienischen Pizza nichts zu suchen hätten, ließen sich Bernt und seine Schwester nicht beirren.

© Fiat Professional

Denn die Zutaten sollten denen jener Pizza entsprechen, die alle Teams vor dem Start zur Begutachtung und Verkostung vorgelegt bekommen hatten. „Da waren auf jeden Fall Eier drauf. Nur bei einer dunklen Paste und dem Käse im Rand der Pizza waren wir uns nicht sicher, um was es sich handelt“, sagte Ines Deutscher. Die Diplom-Betriebswirtin leitet bei Metallbau Bernt das Büro. Auf der Einkaufstour durch die Garfagnana half sie ihrem Bruder als Beifahrerin nicht nur bei der Orientierung in den engen Bergdörfern, sondern erfuhr von Einheimischen auch, welche Paste sie kaufen muss und dass Ricotta in den Rand der Pizza gehört.

Zwischen Montecarlo und Villa Basilica

Den ganzen Tag lang steuerten die zehn Teams ihre Transporter durch die Gegend um Lucca, um in urigen Feinkostläden die Spezialitäten für ihre Pizza zu beschaffen. Die Quittung und ein Foto dienten der Jury als Beweis, dass die Teilnehmer auch in den richtigen Geschäften eingekauft haben, die in malerischen Orten wie Montecarlo oder Villa Basilica zu finden waren. Dabei wurde mitunter schon die Parkplatzsuche in den engen Gassen zu einer Herausforderung. „Zum Glück erwies sich der Talento trotz langem Radstand als recht wendig, so dass wir immer noch eine Lücke gefunden haben, selbst beim hektischen Markttag in Braga“, sagte André Bernt, der vomFiat Talento durchaus positiv überrascht war. Der 145 PS starke Motor entwickelte selbst aus dem unteren Drehzahlbereich heraus genug Kraft, um nach den teils engen Kurven am Berg wieder ordentlich zu beschleunigen.

Für den 43-jährigen Erzgebirger war das freilich keine Überraschung. Schließlich gehört ein Fiat Scudo, das Vorgängermodell des Talento, schon zum Fuhrpark im heimischen Handwerksbetrieb. 185.000 Kilometer stehen auf dem Tacho des Servicefahrzeugs. „Der Transporter ist uns seit mehr als zehn Jahren ein treuer Begleiter und immer noch gut in Schuss“, erklärt der Metallbaumeister, der den 1987 von seinem Vater gegründeten Betrieb mit heute sieben Mitarbeitern auf die Herstellung und Montage von Rauch- und Brandschutzelementen ausgerichtet hat.

Fahrzeugeinrichtung von Sortimo als Preis

Zum großen Finale der Fiat Professional Team Trophy am Abend trafen sich dann Dachdecker, Elektro- und Kunststofftechniker, Maschinen- und Metallbauer, SHK-Installateure sowie Fracht- und Kurierdienstfahrer mit Küchenschürze zum Pizzabacken. Und bewiesen eindrucksvoll, wie vielseitig begabt Handwerker sind. Die Pizzen, die an zwei langen Tafeln im Quartier in Castelvecchio Pascoli entstanden, konnten es allesamt mit dem italienischen Vorbild aufnehmen.

Die besten Noten aber erhielten Metallbaumeister André Bernt und seine Schwester Ines Deutscher. Die Geschwister konnten sich nicht nur über den Hauptpreis, eine Sortimo-Fahrzeugeinrichtung im Wert von 1.000 Euro, freuen. Seniorchef und Firmengründer Karl Bernt lud seine Kinder zur Siegesfeier in den Thumer Ratskeller ein. Ob als Festmahl Pizza serviert wurde, ist nicht überliefert.

Sieger und Platzierte

1. Platz: André Bernt und Ines Deutscher (Metallbau/Deutsche Handwerks Zeitung)

2. Platz: Andreas Kellner und Andreas Böttcher (Dachdecker/Nutzfahrzeuge Channel)

3.Platz: Wilhelm und Sebastian Freund (Tischler/Norddeutsches Handwerk)

Weitere Teams: Michael Mlynarczyk und Ann-Kathrin Jäschke (Frachtdienst/Lastauto Omnibus), Martin Hartkopf und Andreas Donsbach (Elektrotechnik/Deutsches Handwerksblatt Magazin), Dirk und Aline Rohwedder (Heizung-Sanitär/handwerk magazin), Thorsten Klein und Leonie Schröder (Elektromaschinenbau/Deutsches Handwerksblatt), Klaus-Dieter und Marc Bugiel (Kurierdienst/Fiat), Manfred Molitor und Guido Müller (Kurierdienst/Transaktuell), Jürgen und Brigitta Neumann (Kunststofftechnik/Firmenauto)