Schon ab 85 Dezibel kann das Gehör Schaden nehmen. Ab 135 Dezibel ist ein Knalltrauma möglich. Silvesterböller und Raketen erreichen diese Werte – und noch mehr. An Silvester ist ein guter Gehörschutz daher besonders wichtig. Die Bundesinnung der Hörakustiker gibt Tipps zum Schutz der Ohren.

Jeder Mensch nimmt Lautstärke etwas unterschiedlich wahr. Was von einer Person als zu laut empfunden wird, ist für eine andere Person vollkommen in Ordnung. Aber ganz unabhängig von der eigenen Wahrnehmung gilt, dass das Gehör bei einer anhaltenden Lärmeinwirkung von 85 Dezibel Schaden nehmen kann. Wenn an Silvester das Feuerwerk knallt, heult, pfeift und zischt, sind die 85 Dezibel ganz schnell übertroffen.
Der Lärm in der Silvesternacht soll böse Geister vertreiben und einen guten Start ins neue Jahr ermöglichen. Doch oft erreicht er Werte, die einen passenden Schutz für die Ohren erfordern. Denn gerade Donnerschläge und Chinaböller schaffen es auf bis zu 150 Dezibel. Sie führen die Lärmliste beim Silvesterfeuerwerk an und schaffen damit auch ein Risiko für ein sogenanntes Knalltrauma. Denn das ist bereits ab 135 Dezibel möglich.
Guter Gehörschutz: Knalltrauma verhindern
Schon ein einziger lauter Knall in der Nähe des Ohres kann zu einem Knalltrauma führen – und langanhaltende Folgen haben. Ein Knalltrauma stellt eine Innenohrschädigung dar, die zwar innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst wieder abheilen kann. Es kann aber auch zu bleibenden Schäden führen. Typische Symptome sind Hörverlust, Tinnitus und Schwindel.
Die Bundesinnung der Hörakustiker rät zu einem guten Gehörschutz besonders an Silvester – und ganz grundsätzlich dann, wenn es laut wird. Um Langzeitschäden zu verhindern empfiehlt sie: "Neben einfachen Einweg-Ohrstöpseln gibt es hochwertigen, individuell angepassten Gehörschutz vom Hörakustiker, den man wiederverwenden und der auch bei lauten Konzerten oder Partys gute Dienste leistet."
In der Regel ist dieser Gehörschutz aus Silikon gefertigt, es gibt aber auch Varianten aus anderen Materialien wie z. B. Titan für Allergiker. In die Ohrpassstücke des individuellen Gehörschutzes können Filter eingesetzt werden, die einerseits schädlichen Lärm abschirmen, mit denen aber andererseits Gespräche zeitgleich möglich sind. Bei Kindern können Micky-Mäuse, ein Kapselgehörschutz, einem lärmbedingten Hörverlust vorbeugen, rät die Bundesinnung und weist darauf hin, dass die Hörakustiker gern beraten, welcher Gehörschutz individuell am besten geeignet ist.
Gehörschutz und Co.: Damit das Feuerwerk keine Langzeitschäden hinterlässt
Auf der Website richtig-gut-hoeren.de hat die Bundesinnung der Hörakustiker Tipps und Infos rund ums Hören und passenden Schutz für die Ohren bereitgestellt. Speziell für Silvester rät sie:
- Ohrenfreundlich böllern: Wer sein Gehör nicht überstrapazieren möchte, kann auf eher harmlose Knaller wie Fontänen, Feuerkreisel oder Knallerbsen zurückgreifen. Sie sind nicht lauter als ein Staubsauger und somit ein ungefährliches Vergnügen für die Silvesternacht.
- Abstand zu Lärmquellen halten: Sobald Sie bemerken, dass direkt neben Ihnen Raketen und Böller in die Luft gejagt werden, schaffen Sie Abstand, vor allem wenn unkontrolliert geböllert wird.
- Gehörschutz tragen: Neben dem allgemein verbreiteten Gehörschutz gibt es die Möglichkeit, sich beim Hörakustiker vor Ort einen individuellen Gehörschutz anfertigen zu lassen. Dieser schließt das Ohr ab und kann durch spezielle Filter Frequenzen filtern. Lärm und laute Musik klingen leiser, Unterhaltungen bleiben weiterhin möglich.
- Kinderohren schützen: Besonders für die Kleinen ist das Böllern der Erwachsenen ab einem gewissen Alter spannend und ein ganz besonderer Spaß zum Jahresende. Damit die sensiblen Kinderohren das gut überstehen, raten Hörakustiker hier besonders zu einem Gehörschutz. Geeignet sind der individuell angefertigte Gehörschutz oder ein Lärmschutzhörer.
jtw