Auktions-Rekord für Oldtimer Ferrari 250 GTO: Ein Italiener für 38 Millionen

Der Ferrari 250 GTO gilt bislang als der teuerste Oldtimer. Doch die Top Ten wird nicht nur von Italienern dominiert.

Das teuerste Auto aller Zeiten und somit auf Platz 1 38,1 Millionen Dollar zahlte ein Sammler für diesen Ferrari 250 GTO von 1962.

- © Foto: RM Auctions

Mitte August 2014 ist ein Ferrari 250 GTO für 38 Millionen Euro unter den Auktionshammer gekommen. Sofort war Auto-Experten klar: Dies wird ein Rekordjahr für teure Oldtimer. Und richtig, allein die die zehn teuersten Oldtimer, die bislang in diesem Jahr versteigert wurden, kommen auf einen Gesamtwert von 152 Millionen Dollar. Zum Vergleich: 2013 hat die Summe bei beachtlichen 130 Millionen Dollar gelegen.

Briten übertrumpfen sich selber

Die größte Sensation hat dabei das britische Auktionshaus Bonhams geliefert, das im kalifornischen Quail Lodge einen Ferrari 250 GTO von 1962 für 38,1 Millionen Dollar versteigert hat. Das ist bislang die höchste Summe, die je für ein Auto auf einer Auktion gezahlt wurde. Damit stellten die Briten ihren eigenen Rekord aus dem Vorjahr ein, als sie einen Mercedes W196 Silberpfeil Rennwagen für 29,5 Millionen Dollar an den Mann brachten.

Und der Markt boomt weiter. Das teilen die Marktanalysten und Oldtimer-Experten von "classic-analytics" aus Bochum mit. Anfang September ziehen sie eine Zwischenbilanz des Oldtimer-Auktionsjahres. Zu ihrem Ergebnis kommen sie nicht zuletzt auch wegen der "Monterey Auction Week", auf der nur in einer Woche Liebhaberautos im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar umgesetzt werden.

Ferraris gelten als Platzhirsche

Generell sind die roten italienischen Flitzer aus Maranello in der Auktions-Hitparade gut vertreten. Von zehn Autos brüsten sich neun mit dem springenden Pferd als Markenzeichen. Aufgelockert wird die Tabelle allerdings durch einen Ford. Der für 7,6 Millionen Dollar versteigerte GT 40 Prototyp von 1964 (Platz 10) gehört aber auch zum seltensten und gesuchtesten, das der amerikanische Produzent zu bieten hat.

Für die Erstellung der Oldtimer Top Ten greift "classic-analytics" auf weltweit vor Ort gesammelte Ersthandinformationen aus der hauseigenen Auktions-Datenbank zurück. Diese enthält sämtliche international relevanten Ergebnisse. "Verkäufe von Händlern, Privatpersonen und Clubs bleiben hier ausnahmsweise außen vor", erklärt Geschäftsführer Frank Wilke die vorübergehende kehr von der sonst üblichen Arbeitsweise, "denn nur Auktionen geben ein unverfälschtes Bild. Wenn bei einer bestimmten Summe der Hammer fällt, dann muss diese Summe auch bezahlt werden."

Keine Automobilblase in Sicht

Nach den anhaltenden Erfolgsmeldungen und Millionensummen der vergangenen Jahre drängt sich die Frage nach der Blase auf und wann diese eventuell platzt. Frank Wilke beruhigt: "Eine Blase ist nicht in Sicht. Der Markt ist transparent, die Käufer im Hochpreissegment sind gut informiert und arbeiten fast ausschließlich mit eigenem, nicht mit geliehenem Geld. Es wird sehr gezielt gekauft, außergewöhnliche Summen werden auch nur für wirklich außergewöhnliche Autos gezahlt".

Durchschnitts-Oldie kostet 15.000 Euro

Die spektakulären Millionenwerte der High-End Oldtimer sollten aber laut classic-analytics über eins nicht hinwegtäuschen: "Unsere Auktions Top Ten zeigen, welche extremen Summen finanzstarke Sammler für wirklich außergewöhnliche Exemplare zahlen. Diese Summen sind aber die Ausnahme, nicht die Regel. Der Durchschnittswert eines Oldtimers beträgt in Deutschland rund 15.000 Euro und den meisten Besitzern ist der Spaß an ihrem Auto ohnehin viel wichtiger als sein Wert!" dhz