Zusätzliche Arbeitskräfte Ferienjobber einstellen: 8 Dinge, die Sie wissen sollten

In einigen Bundesländern haben die Schul- und Semesterferien bereits begonnen. Auch Handwerksbetriebe sind beliebte Anlaufstellen für einen Ferienjob. Für die Beschäftigung gelten jedoch einige besondere Regeln.

Wecker und Tischkalender
Endlich Ferien: Zeit für Schüler und Studierende, ein wenig Geld zu verdienen. Für die Beschäftigung gelten besondere Regeln. - © absent84 - stock.adobe.com

1. Mindestalter

Ferienjobber müssen mindestens 15 Jahre alt sein, in Ausnahmefällen mindestens 13 Jahre. Wer noch nicht 18 und vollzeitschulpflichtig ist, darf mit Erlaubnis der Eltern in den Schulferien für 20 Arbeitstage im Kalenderjahr beschäftigt werden.

2. Arbeitszeiten

In dieser Zeit dürfen vollzeitschulpflichtige Jugendliche grundsätzlich an fünf Tagen pro Woche von 6 bis 20 Uhr für maximal acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Wochenend-, Nachtarbeit, Überstunden sind nicht oder nur eingeschränkt erlaubt. Ausnahmen gelten beispielsweise für 16- und 17-Jährige, die einen Ferienjob in Mehrschicht-Betrieben haben.

3. Ruhepausen

Die vorgeschriebenen Ruhepausen bei einer täglichen Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden betragen 30 Minuten. Bei mehr als sechs Stunden muss dem Jobber eine Pause von einer Stunde gewährt werden.

4. Arbeitsschutz

Besonders wichtig ist die Sicherheitsunterweisung vor Arbeitsbeginn. Gefährliche und schwere Arbeiten sind verboten. Darunter fallen beispielsweise das Bewegen schwerer Lasten, unfallgefährdete Tätigkeiten, Arbeit bei Hitze, Kälte, Nässe oder Staub, der Umgang mit schädlichen Stoffen und auch Arbeiten im Akkord.

5. Arbeitsvertrag

Ferienjobs sind in der Regel befristet (sogenannte kurzfristige Beschäftigung). Das muss aber vor der Arbeitsaufnahme schriftlich vereinbart sein.

6. Steuern und Sozialabgaben

Für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2021 sind die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung (drei Monate oder 70 Arbeitstage) auf vier Monate oder 102 Arbeitstage angehoben, in denen keine Sozialabgaben anfallen. Allerdings gilt die Versicherungsfreiheit nicht, wenn der Ferienjobber schon vorher gearbeitet hat oder im Anschluss an seine Beschäftigung eine Ausbildung beginnt. Der Arbeitgeber sollte sich vor Beginn der Beschäftigung unbedingt danach erkundigen. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung kann der Arbeitgeber unter besonderen Voraussetzungen 25 Prozent pauschale Lohnsteuer entrichten. Verdient der Ferienjobber mehr und zahlt Lohnsteuer, kann er sich die zu viel gezahlten Steuern über eine Einkommensteuererklärung erstatten ­lassen.

7. Versicherung

Ferienjobs und bezahlte Praktika melden Arbeitgeber automatisch über die Lohnsumme, die sie dem Unfallversicherungsträger am Ende des Jahres mitteilen. Zusätzlich müssen Ferienjobber und Praktikanten über das DEÜV-Verfahren angemeldet werden. Unbezahlte Praktika behandeln die Versicherungen individuell.

8. Mindestlohn

Grundsätzlich findet das Mindestlohngesetz Anwendung. Ausnahmen gelten jedoch beispielsweise für minderjährige Ferienjobber ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Pflichtpraktikanten und solche, deren Praktikum der Orientierung für eine Berufsausbildung oder ein Studium dient und drei Monate nicht überschreitet.

Bei der Handwerkskammer Reutlingen finden Interessierte eine Checkliste für Ferienjobs