"Eine Einigkeit Europas wäre ohne eine Einheit Deutschlands unvorstellbar gewesen" Felipe González erhält Point-Alpha-Preis

Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González ist mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet worden. "Eine Einigkeit Europas wäre ohne eine Einheit Deutschlands unvorstellbar gewesen", sagte González am Samstag bei der Preisverleihung auf dem Schlossplatz in Geisa.

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Felipe González erhält Point-Alpha-Preis

Geisa (dapd). Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González ist mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet worden. "Eine Einigkeit Europas wäre ohne eine Einheit Deutschlands unvorstellbar gewesen", sagte González am Samstag bei der Preisverleihung auf dem Schlossplatz in Geisa. Deshalb habe er sich bereits seit dem November 1989 immer wieder für die Unumkehrbarkeit der deutschen Wiedervereinigung eingesetzt. González würdigte zudem die Leistungen der Bürgerbewegungen der DDR, die dieses Ereignis erst möglich gemacht hätten.

"Sie, Herr González, haben sich um die Freiheit und Einheit Deutschlands und Europas bleibende Verdienste erworben", sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in ihrer Laudatio. Genau wie für Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Kohl sei Europa die große Vision im politischen Handeln Gonzales' gewesen. Bereits in der Nacht des Mauerfalls in Berlin am 9. November 1989 habe er dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und dem damaligen SPD-Ehrenvorsitzenden Willy Brandt seine Unterstützung für eine Wiedervereinigung zugesichert.

Der "Point-Alpha-Preis für Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit" wurde im Jahr 2005 erstmals vom Kuratorium Deutsche Einheit verliehen. Preisträger waren Kohl, der frühere US-Präsident George Bush senior, der ehemalige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und der einstige tschechische Staatspräsident Václav Havel. 2009 ging die Auszeichnung an die DDR-Bürgerbewegung, im vergangenen Jahr wurde Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) mit dem Preis gewürdigt.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis ist nach der Gedenkstätte Point Alpha an der ehemaligen innerdeutschen Grenze benannt. "Point Alpha" hieß während des Kalten Krieges ein US-Stützpunkt an der Grenze von Hessen nach Thüringen zwischen Geisa und Rasdorf. Er lag im sogenannten "Fulda Gap", in dem die Militärstrategen der westlichen Alliierten einst im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwarteten. Heute ist "Point Alpha" eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte.

dapd