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Uhrmachermeister zeigen Handwerkskunst Uhrmacherhandwerk auf Instagram und Co.

Von wegen alt: Das Uhrmacherhandwerk hat zwar eine lange Tradition, aber eingestaubt ist der Beruf deshalb nicht. Das beweisen Michael Manßhardt und Sven Kurzidim auf ihren Social Media Profilen. Die Uhrmachermeister geben dort spannende Einblicke in ihren Beruf.

Wie sieht eigentlich das Innenleben einer Uhr aus? Gibt es dort nur ein großes Zahnrad oder ganz viele Spiralen? Eher schwierig zu sagen, wenn man nicht gerade Uhrmacher ist. Wer sich filigrane Uhrwerke aber mal von Innen anschauen möchte, der sollte den Instagram-Account von Michael Manßhardt und Sven Kurzidim durchstöbern. Die beiden Uhrmachermeister zeigen dort die Highlights ihrer Arbeit.

Seit einem Jahr betreiben die beiden ihr Uhrmachergeschäft in Bockenem bei Hildesheim in Niedersachsen. Seitdem posten sie regelmäßig Fotos von den kleinen und großen Uhren, die sie reparieren. Den Kunden gefällt es und die Zahl der Abonnenten steigt stetig an.

Social Media zusätzlich zur Werbung in der Zeitung

Angefangen haben die beiden, die sich auf der Meisterschule in Würzburg kennengelernt haben, mit einem Facebook-Account. "Facebook ist besonders gut für den Austausch mit Kollegen. Da gibt es ein gutes Uhrmachernetzwerk", sagt Manßhardt. Außerdem sei Facebook gut, um potentielle Kunden auf die Firmenwebseite zu leiten. "Viele Besucher der Webseite kommen direkt über unser Facebook-Profil ", sagt Manßhardt, "über Instagram sind es im Vergleich weniger."

Ob Facebook, Instagram oder andere Plattformen, insgesamt sei es für Handwerksbetriebe lohnenswert sich in den sozialen Netzwerken zu präsentieren und für sich zu werben: "Ich kann das nur empfehlen. Zwar ist die Zeitung für uns immer noch etwas besser geeignet als Facebook, weil unsere Kundschaft eher älter ist, aber ein paar Interessenten haben wir schon über unsere Social Media Profile gewonnen."

"Die wollen nicht immer was kaufen, manche möchten auch nur mal bei unserer Arbeit zuschauen." Aber das Verkaufen sei auch nicht immer das Ziel, sagt Manßhardt, denn die jungen Handwerker betreiben ihre Social Media Profile auch aus anderen Gründen. "Klar möchten wir dadurch unsere Bekanntheit in der Region steigern, aber vor allem möchten wir Einblick in unsere Arbeit geben, das einzigartige Handwerk des Uhrmachers", sagt der Handwerksmeister. Und genau diese Leidenschaft für ihre Arbeit spiegelt sich in ihren Posts wieder: Mal filigrane Uhrwerke, mal schmucke Taschenuhren, mal antike Standuhren und auf dem einen oder anderen Foto sieht man die Meister auch selbst bei der Arbeit.

Geduld ist bei Firmenaccount gefragt

Den Auftritt bei Instagram haben die beiden zuerst über ihre privaten Profile gestartet und das recht erfolgreich. Manßhardt hat bereits mehr als 700 Follower aus der ganzen Welt. "Es ist viel einfacher, einen privaten Account zu betreiben und viele Likes zu bekommen. Das ist oft persönlicher und kommt besser an", sagt Manßhardt, "Mit dem Firmenprofil dauert es etwas länger, bis wir mehr Follower aufbauen. Wir wollen mit dem Account gezielt regionale Kunden ansprechen. Aber das Problem haben wir nicht alleine. Sogar große Unternehmen tun sich schwer, die Reichweite der Firmenaccounts zu steigern. Die müssen oft sehr viel Geld dafür ausgeben." Hier sei einfach Geduld gefragt.

Die Ideen für die Posts kommen dem jungen Handwerksmeister sehr spontan: "Schon seit meiner Ausbildung fotografiere ich meine Arbeiten. Wenn mir etwas gefällt, poste ich es einfach und schreibe den Text in einem Rutsch runter, ohne mir einen langen Plan zu machen." Wie viel Zeit er für seine Social Media Aktivitäten in der Woche aufwendet, kann er nur schwer einschätzen. Manßhardt empfindet es nicht als eine aufgezwungene Pflicht auf den sozialen Plattformen unterwegs zu sein. Oft sei er abends noch unterwegs und schaue sich –  eher aus Neugier als aus beruflichen Gründen – die Profile anderer Kollegen an: "Ich folge vielen anderen Uhrmachern aus der ganzen Welt. Unser Handwerk ist so vielseitig und einzigartig. Das ist eben meine Leidenschaft."

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