47 Prozent aller Arbeitnehmer haben 2010 ständig, regelmäßig oder gelegentlich am Samstag gearbeitet. Sonn- und Feiertagsarbeit haben 28 Prozent geleistet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.

Arbeit am Wochenende hat in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen. Im April 1991 hatten noch 37 Prozent ständig, regelmäßig oder gelegentlich am Samstag gearbeitet, 20 Prozent an Sonntagen und Feiertagen. Die Bundesregierung bezog sich bei ihrer Antwort auf Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes.
Ein großer Anteil der Arbeitnehmer arbeitet auch am Abend, in der Nacht oder im Schichtbetrieb. Im Jahr 2010 haben 46 Prozent aller Erwerbstätigen zwischen 18 und 23 Uhr gearbeitet. In der Nacht, also zwischen 23 und 6 Uhr, waren knapp 15 Prozent tätig. Etwas mehr als 15 Prozent arbeiteten im Schichtbetrieb. Während der Anteil von Nacht- und Schichtarbeit nur geringfügig angestiegen ist, nahm Abendarbeit um fast zehn Prozentpunkte zu, verglichen mit dem Jahr 2001.
Jeder Vierte hat ein Arbeitszeitkonto
Zu der Frage der Linken, welchen Einfluss die Beschäftigten auf die Gestaltung der Arbeitszeiten haben, gibt es nach Auskunft der Regierung unterschiedliche Erkenntnisse. Bei einer Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Jahr 2006 gaben 60 Prozent der Erwerbstätigen an, dass bei der Arbeitszeitplanung häufig familiäre oder private Interessen berücksichtigt würden. Bei 32 Prozent war dies manchmal der Fall, 7,5 Prozent berichteten, dass die Gestaltung der Arbeit nie Rücksicht auf private Belange nehme.
Nach der Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamtes hatten rund 36 Prozent der abhängig Beschäftigten im Jahr 2010 Einfluss auf ihre Arbeitszeitgestaltung. Insgesamt hatten rund 58 Prozent eine starre Arbeitszeitregel, 24 Prozent hatten ein Arbeitszeitkonto und rund 10 Prozent arbeitet mit Gleitzeit bei fester täglicher Arbeitszeit. dhz