Zentralverband der Augenoptiker Farbig, groß und glamourös: Sonnenbrillentrends 2008

Endlich, der Sommer ist da! Und mit ihm neue, modische Sonnenbrillen: Groß, aber nicht mehr riesig und überdimensioniert präsentieren sich die aktuellen Trends für 2008. Der Zentralverband der Augenoptiker warnt jedoch vor qualitativen Unterschieden und gibt zwölf Kauftipps.

Farbig, groß, glamourös: Die US-Sängerin Mariah Carey folgt dem Sonnenbrillen-Trend 2008. Foto: ddp

Farbig, groß und glamourös: Sonnenbrillentrends 2008

Etwa drei Viertel aller Erwachsenen tragen eine Sonnenbrille, die neben ihrer Schutzfunktion gegen die UV-Strahlung auch wichtiges Mode-Accessoire ist. Neben Naturtönen sind schwarz, aber auch weiß in diesem Jahr Trend bei den Fassungen. Die Farbe spielt bei den Gläsern ebenfalls eine Rolle: Nach wie vor sind orange, grüne und blaue Gläser neben den klassischen Farben grau, braun und schwarz angesagt.

Viele Bügel sind breit und verziert, mit einlaminierten Metallornamenten, die Designermodelle mit eingraviertem Label. Das Material besteht vorwiegend aus Kunststoff oder einem Materialmix. Nach wie vor im Trend für Herren ist die klassische Pilotenbrille mit tropfenförmigen Gläsern.

Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) weist jedoch darauf hin, dass die qualitativen Unterschiede bei der Vielzahl der angebotenen Modelle sehr groß sind. Viele Merkmale der Brillen sind vom Verbraucher selbst gar nicht zu erkennen. "Deshalb ist die qualifizierte Beratung vom Augenoptiker gefragt", erklärt der ZVA.

Zwölf Tipps für eine perfekte Sonnenbrille

1. Ist der UV-Schutz ausreichend: Gläser müssen vor ultravioletter Strahlung schützen. Ultraviolette Strahlung ist unsichtbar. Sie kann aber in entsprechender Intensität zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen. Sonnenbrillen, die nur das sichtbare Licht dämpfen, schaden daher mehr als sie nützen. Sie setzen den natürlichen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft, dessen Pupille sich bei Helligkeit "automatisch" verkleinert und somit weniger Strahlung eindringen lässt. Die Filterung der UV-Strahlung findet im Brillenglas statt und ist deshalb nicht vom Tönungsgrad abhängig. Also: Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind.

2. Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "UV 400": Die Bezeichnung "UV 400" gibt die Wellenlänge an, unterhalb derer das ultraviolette Licht durch das Glas abgeblockt wird. Ein solcher Wert ist beim Gebrauch im normalen Alttag in der Regel ausreichend, am Meer oder im Gebirge aber nicht unbedingt. Also: Lassen Sie sich beim Augenoptiker beraten, rät der ZVA.

3. Was versteht man unter Absorption: Die Absorptionseigenschaft farbiger Brillengläser wird durch die Lichtreduktion gekennzeichnet. Darunter wird der Anteil an Licht verstanden, der durch das Glas beseitigt wird und so nicht in das Auge gelangt. Bei einer Lichtreduktion von 65 Prozent gelangt 35 Prozent des einfallenden Lichts in das Auge. 65 Prozent werden durch Absorption und Reflexion beseitigt. In Mitteleuropa verwendet man Reduktionswerte zwischen 50 Prozent und 75 Prozent. In einer sehr hellen Umgebung, zum Beispiel am Strand oder in einer Schneelandschaft, kann man Reduktionsstufen von 85 Prozent verwenden.

4. Auch die Farbe der Gläser spielt eine Rolle: Braune und graue Gläser verfälschen Farbe am wenigsten. Bei allen anderen Glastönungen braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um die Farbe wieder neutralisieren zu können. Die Farbe darf nach den Vorschriften der Normen die Erkennbarkeit der Lichter der Verkehrsampeln und des blauen Lichtes der Einsatzfahrzeuge nicht beeinträchtigen. Die Farbe hat keine Auswirkungen auf den UV-Schutz.

5. So überprüfen Sie die Qualität von Sonnenschutzgläsern: Hochwertige Gläser weisen keine Schlieren, Blasen oder Einschlüsse auf. Auf einen leichten Fingerdruck hin darf das Glas nicht nachgeben. Ein durch ein Sonnenschutzglas fixierter Gegenstand sollte sich beim Hin- und Herdrehen der Brille nicht verziehen oder verzerren.

6. Die Größe der Gläser muss stimmen: Gläser sollten so groß sein, dass sie die Augen von seitlich, von oben oder durch Reflektion von unten einfallenden Sonnenstrahlen schützen.

7. Ist das CE-Kennzeichen vorhanden: Seit dem 1. Juli 1995 dürfen Sonnenbrillen nur noch vertrieben werden, wenn sie das CE-Kennzeichen tragen. Das CE-Kennzeichen erlaubt den Vertrieb von Sonnenbrillen in allen Staaten der europäischen Union. Angebracht wird es vom Hersteller oder Importeur. Das CE-Kennzeichen garantiert ein Minimum an Qualitätsstandard.

8. Sonnenbrillen und Autofahren: Wer viel Auto fährt, sollte darauf achten, dass Fassung und Bügel möglichst schmal gearbeitet sind, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken. Sonnenbrillen sind nicht dazu gedacht, in der Dämmerung oder Nacht getragen zu werden. Kraftfahrer gefährden sich und andere, wenn sie bei unzureichender Beleuchtung absorbierende Gläser tragen.

9. Suchen Sie Ihre Sonnenbrille je nach Tätigkeit aus: Beim Wintersport benötigen Sie eine andere Brille als am Strand, beim Segeln oder Surfen. Schnee und weißer Sand zum Beispiel reflektieren mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung. (Das ist auch der Grund, warum man auch unter einem Sonnenschirm einen Sonnenbrand bekommen kann.)

10. Die Fassung muss passen: Jeder Kopf ist anders. Deshalb muss die Fassung der Kopfform individuell angepasst werden. Der Augenoptiker berücksichtigt mit großer Sorgfalt Kopfform, Schläfenbreite, Abstand der Augen und Position der Ohren.

11. Wie pflegt man Sonnenbrillen: Wie jede Brille sollte man auch eine Sonnenbrille regelmäßig säubern. Dazu nimmt man ein spezielles Reinigungstuch, das beim Augenoptiker erhältlich ist oder auch ein Geschirrspülmittel und spült mit klarem Wasser nach. Sonnenbrillengläser, die von Sonnenöl oder Cremeresten verschmutzt sind, sollten nicht mit Feuchtreinigungstüchern, sondern erst mit klarem Wasser gereinigt werden.

12. Der Zentralverband der Augenoptiker rät: Wer mehr über Qualitätsmerkmale beim Sonnenbrillenkauf wissen möchte, wendet sich am besten an seinen Augenoptiker vor Ort.

pc