Familienpolitik auf dem Prüfstand

Erreichen die familienpolitischen Leistungen des Staates auch wirklich ihr Ziel? Die Bundesregierung scheint sich hier nicht so sicher zu sein und wird nun alle familienpolitischen Leistungen in einem mehrjährigen Prozess überprüfen.

Bis zum Jahr 2013 sollen laut Bundesfamilienministerin Schröder für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Foto: ddp

Familienpolitik auf dem Prüfstand

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) rief dazu auf, das Elterngeld noch stärker zu nutzen als bisher. Insbesondere Vorgesetzte sollten davon Gebrauch machen. "Wenn in einer großen Kanzlei der Chef Elternzeit nimmt, dann traut sich das später auch der junge Anwalt", sagte sie.

Schröder plädierte zudem dafür, die Arbeitswelt nicht länger in Vollzeit- oder Teilzeitstellen aufzuteilen. "Wir müssen weg von der Wahl zwischen 40- und 20-Stundenwochen", sagte die CDU-Politikerin. "Wer sich neben dem Job um seine Kindern kümmern will, braucht eher eine 30-Stunden-Woche."

Die Ministerin versicherte, sie wolle am Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige ab 2013 festhalten. "Wir haben bei den Jugendämtern in ganz Deutschland nach den jeweiligen Ausbauplänen gefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Wir können unser Ziel erreichen und bis zum Jahr 2013 für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze haben werden", sagte Schröder dem Wiesbadener Kurier. Um drohende Personalengpässe in den Kindertagesstätten zu verhindern, würden jährlich rund 2000 Auszubildende mehr benötigt. Dies sei aber zu
schaffen.

ddp