Familieninitiativen werben für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Kinderprodukte. Der reduzierte Steuersatz von sieben Prozent für Artikel wie Kinderwagen, Windeln, Schulranzen oder Malstifte wäre "ein starkes Zeichen für zukunftsorientierte Familienpolitik", sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen, Sven Iversen.
Familieninitiative fordert niedrigeren Steuersatz für Kinderprodukte
Berlin (dapd). Familieninitiativen werben für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Kinderprodukte. Der reduzierte Steuersatz von sieben Prozent für Artikel wie Kinderwagen, Windeln, Schulranzen oder Malstifte wäre "ein starkes Zeichen für zukunftsorientierte Familienpolitik und ein klares Bekenntnis zur Familie", sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF), Sven Iversen, am Dienstag bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin.
Es sei nicht einzusehen, dass sieben Prozent Mehrwertsteuer bei Hundefutter, Blumen, Pralinen sowie beim Benutzen von Sesselliften oder Hotelübernachtungen gelten, 19 Prozent dagegen auf Windeln oder Autokindersitze erhoben werden.
In anderen EU-Ländern gelte bereits der ermäßigte Steuersatz für solche Produkte, gab Iversen zu bedenken. In Irland und Großbritannien seien Kinderkleidung und Kinderschuhe sogar von der Mehrwertsteuer befreit, in Polen gebe es einen reduzierten Steuersatz für Kinderkleidung und in Portugal für Babywindeln.
Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft gaben die deutschen Privathaushalte im vergangenen Jahr rund 9,1 Milliarden Euro für Kinderbekleidung, Wäsche, Schuhe , Babykleidung, Babyartikel und Spielwaren aus. In dem Betrag enthalten seien rund 1,45 Milliarden Euro für die Mehrwertsteuer.
Der normale Mehrwertsteuersatz beträgt derzeit 19 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 Prozent wird vor allem bei täglich benötigten Gütern angewandt. Derzeit arbeitet eine Regierungskommission an einer systematischen Neuordnung der Mehrwertsteuersätze.
Das Bündnis "7 % für Kinder" hat sich auf Initiative der AGF sowie des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) und eines Partners aus der Industrie gegründet.
dapd
