"Unternehmensmonitor 2010" "Familienfreundlichkeit ist Ehrensache"

Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland schätzen die Familienfreundlichkeit als wichtig ein. Das Handwerk nimmt das Ergebnis des "Unternehmensmonitor 2010" zum Anlass um zu betonen: "Familienfreundlichkeit ist Ehrensache im Handwerksbetrieb."

"Familienfreundlichkeit ist Ehrensache"

Familienfreundliche Angebote sind bei bereits 60 Prozent der im Rahmen des "Unternehmensmonitors 2010" befragten 400 Betriebe ein zentraler Bestandteil der Personalentwicklung. Fast jedes fünfte Unternehmen erwartet, dass das Thema Familienfreundlichkeit in den kommenden fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.

"Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft", sagt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Verantwortung in der Familie und Zeit für qualifizierte Arbeit dürften sich nicht ausschließen. "Die Arbeitgeber haben erkannt, wie wichtig eine familienbewusste Personalpolitik für den langfristigen Erfolg des eigenen Unternehmens ist", sagt Schröder. Selbst in Krisenzeiten unterstützten die Betriebsinhaber ihre Beschäftigten in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur sieben Prozent der beim "Unternehmensmonitor 2010" befragten Betriebe haben familienfreundliche Maßnahmen zurückgenommen oder verschoben.

Handwerk setzt familienfreundliche Maßnahme selbstverständlich um

Für Handwerksbetriebe sei die Familienfreundlichkeit Ehrensache, betont der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). "Im Handwerk werden familienfreundliche Maßnahmen seit langem ganz selbstverständlich umgesetzt", sagt Handwerkspräsident Otto Kentzler. Die Betriebe engagierten sich heute mehr denn je für den beruflichen Wiedereinstieg junger Eltern. "Viele binden Eltern während der Elternzeit in das operative Geschäft ein oder bieten ihnen Weiterbildungsprogramme an, damit qualifizierte Mitarbeiter dem Betrieb erhalten bleiben", erklärt Kentzler.

Diese Maßnahmen müssen nicht aufwändig oder kostenintensiv sein. Der persönliche Austausch zwischen Betriebsinhabern und Beschäftigten macht es möglich, Maßnahmen an die familiäre Situation der Beschäftigten anzupassen, beispielsweise in Form flexibler Arbeitszeiten oder durch Hilfe bei der Organisation der Kinderbetreuung.

In Zeiten des drohenden Fachkräftemangels ist es laut Kentzler wichtig, "qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und dauerhaft an den Betrieb zu binden". "Eine geringe Fluktuation und ein niedriger Krankenstand zeigen, dass sich familienfreundliche Maßnahmen betriebswirtschaftlich rechnen und dass Familienfreundlichkeit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für den Unternehmenserfolg ist", sagt der Handwerkspräsident.

In den Vordergrund rückt auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben. Im "Unternehmensmonitor 2010" gaben knapp 35 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter über die gesetzlichen Regelungen hinaus ihre Arbeit unterbrechen können. Fast jeder elfte Betrieb macht finanzielle oder anderweitige Angebote für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes oder einer Kurzzeitpflege.

pc