Initiative für mehr Gründerinnen Familie und Selbstständigkeit besser vereinbaren

Wie bekomme ich Kinder und Betrieb unter einen Hut? Und wo erhalte ich finanzielle Unterstützung für mein Unternehmen? Die Initiative "FRAUEN unternehmen" hilft Frauen bei der Existenzgründung.

Bis 2016 soll die Zahl der Unternehmerinnen weiter steigen. Dafür hat der Bund die Initiative "Frauen unternehmen" gestartet. - © Foto: milanmarkovic78/ Fotolia

Die Zahl der Gründungen ist in den vergangenen zehn Jahren um 42 Prozent gesunken. Gründerinnen sind in der deutschen Wirtschaft und speziell auch im Handwerk immer noch schwach vertreten, auch wenn sie langsam aufholen. 2013 wurden 43 Prozent der neuen Betriebe von Frauen gegründet. Jede dritte Frau gründet jedoch aufgrund fehlender Alternativen. Meistens sind es Firmen im Bereich der persönlichen Dienstleistungen, zum Beispiel Friseursalons.

Um Mädchen und junge Frauen für den Schritt in die Selbstständigkeit zu sensibilisieren und zu unterstützen, wurde vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Initiative "FRAUEN unternehmen" ins Leben gerufen.

Die Initiative hat das Ziel, Frauen dabei zu unterstützen, ihre Ausbildung und ihre Berufserfahrung zu nutzen, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Bis 2016 sollen mehrere Maßnahmen umgesetzt werden, um die Gründung eines Betriebes für Frauen attraktiver zu machen.

Schon in der Schule für das eigene Unternehmen begeistern

Ein Teil des Projektes ist es, das Bild der Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit zu stärken. Es sollen bundesweite Netzwerke geschaffen werden, um junge Frauen bereits in den Schulen oder während der Ausbildung für den Schritt in die Selbstständigkeit zu begeistern. Auch die diesjährige "Gründerwoche Deutschland" widmet sich diesem Thema und die Roadshow "Mehr Chefinnen im Handwerk" informiert Frauen über Führungspositionen im Handwerk.

In speziellen Seminaren können sich Existenzgründerinnen gezielt über Fragen der Kinderbetreuung und der Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und Familie informieren. Dazu gibt es das Projekt "MIGRANTINNEN gründen" und die "Sommer Akademie Existenzgründung". Online soll das Portal "Existenzgründerinnen" weiter entwickelt werden.

Auf der Agenda steht außerdem der Abbau bestehender finanzielle Hürden. Mikrokreditfonds sollen auch nach dem Auslaufen der Mittel des europäischen Sozialfonds fortgeführt werden. Diese sind vor allem für Gründerinnen interessant, die keinen Zugang zu Bankkrediten haben und nur ein geringes Eigenkapital benötigen. Ferner sollen Finanzierungsangebote zielgruppengerechter aufbereitet werden.

Selbstständige Mütter brauchen mehr Unterstützung

Für das zentrale Thema "Vereinbarkeit von Familie und Selbstständigkeit", hat der Bund sich das Ziel gesetzt, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Sicherheit für alle Familienbelange zu bieten. Bisher werden Mütter durch Elterngeld und Kinderbetreuung unterstützt.

Unternehmerinnen haben durch die Doppelbelastung - Familie und Betrieb - oft wenig Zeit für den Haushalt. Eine Haushaltshilfe einzustellen ist rechtlich nicht immer ganz einfach. Dies soll in Zukunft durch einen transparenteren Markt verbessert werden.

Zudem wird in einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe daran gearbeitet, bessere Regelungen für Selbstständige während Schwangerschaft und Stillzeit einzuführen. Bisher sind Frauen in dieser Zeit nicht abgesichert, wenn sie privat krankenversichert sind oder in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld haben. jb