Fahrrad-Trends 2024 Die Lager der Fahrradhändler sind prall gefüllt

Zum Beginn der neuen Fahrradsaison dürfen sich Kunden über das ein oder andere Schnäppchen freuen. Denn nach dem Pandemie-Boom sitzen viele Anbieter aktuell auf ihren Modellen. Doch die Branche ist größtenteils optimistisch, dass auch 2024 ein erfolgreiches Jahr wird.

Mit Rabattangeboten hofft der Handel, die kapitalintensiven Lagerbestände schnell wieder abbauen zu können. - © Fxquadro - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland erstmals mehr ­E-­Bikes verkauft als Fahrräder ohne Motor. Für die Branche ist das eine gute Nachricht, da im Handel mit den deutlich höherpreisigen Elektro­modellen oftmals mehr verdient werden kann.

Dennoch ist der Gesamtumsatz der Branche gegenüber 2022 um 300 Millionen Euro zurückgegangen. Dazu trägt eine gewisse Kaufzurückhaltung, aber auch andere Interessen bei den Kunden bei. So werden etwa wieder mehr Urlaubsreisen gebucht als noch während der Corona-Pandemie.

Die Lager sind voll

Für manche Hersteller und Händler ist das ein Problem. Denn die Lager sind vielerorts prall gefüllt. Die hohe Nachfrage in der Pandemie führte zu Produktionsengpässen und Problemen in den Lieferketten. In der Folge wurden Räder teilweise mit Monaten oder sogar Jahren Verzögerungen ausgeliefert.

Nun sitzen die Unternehmen auf hohen Beständen, die finanzielle Mittel binden. Denn das Geschäft mit Fahrrädern ist auf allen Ebenen sehr kapitalintensiv.

Schnäppchen für Kunden möglich

Für die Kunden ist das allerdings eine gute Nachricht. Die Auswahl in den Geschäften ist groß und es wird mit teilweise hohen Rabatten gelockt – zumindest, wenn es kein ganz neues Modell sein muss. Der Handel hofft, mit den Schnäppchen schnell die Lagerbestände abzubauen, um auf der anderen Seite wieder Liquidität aufzubauen.

Uwe Wöll, Geschäftsführer beim Verbund Service und Fahrrad, sieht darin aber keinen Indikator für eine langfristige Entwicklung. "Die Lage ist viel besser, als es derzeit geredet wird. Und wenn das Wetter gut ist, zieht der Markt an." So könne sich die Situation mit einem sonnigen Frühjahr regional bereits wieder anders darstellen. Er rät den Kunden deshalb zum möglichst zeitnahen Fahrradkauf, um noch von den Angeboten zu profitieren.

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Fahrrad-Leasing kurbelt Umsätze an

Eine zunehmend wichtige Säule ist in den vergangenen Jahren das Leasinggeschäft geworden. Die Anschaffung von hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes wurde auch dank der Steuerersparnisse bei Leasingangeboten für viele Menschen attraktiv. Das bestätigt Oliver Römer, Geschäftsführer beim Anbieter Tout Terrain: "Leasing hat der Branche gutgetan" Für 2024 erwartet er ein gemischtes Bild. "Es weiß keiner genau, was das Jahr bringt, aber ich sehe nicht, dass wir 2024 durch ein großes Tal schreiten müssen", so Römer.

Zurückhaltend äußert sich indes Martin Esslinger, CEO beim Fahrradtaschenhersteller Ortlieb. Aktuell sei sehr viel Ware, speziell durch die Insolvenz eines großen Online-Händlers, im Markt, was zu Druck auf allen Seiten führe. Die Rede ist vom Online-Shop fahrrad.de, unter dem Dach von Signa Sports United. Kurz zuvor hatte die Signa-Gruppe des Investors René Benko eine Finanzierungszusage über 150 Millionen Euro zurückgezogen.

Neue Modelle für die Fahrradsaison 2024

Gunnar Fehlau, Leiter des Pressedienstes Fahrrad, sieht insgesamt dennoch mehr Licht als Schatten für die kommende Saison und verweist auf innovative Neuheiten. Noch viel Potenzial sieht Fehlau im wachsenden Segment der E-Bikes. Neue Modelle bedienten ganz unterschiedliche Interessen von Kunden.

Ob als leichtes E-Bike für die Stadt, als kompaktes Lastenrad, mit dem auch Handwerker Waren transportieren können, oder als sportliche Gravelbike, einem Hybrid aus Rennrad und Mountainbike. Zudem können sich Kunden über technische Helfer freuen. Das Handzeichen auf dem Rad dürfte bald der Vergangenheit angehören. So lassen sich wie beim Auto über Schalter am Lenker Blinker für vorne und hinten bedienen. Für S-Pedelecs sind die Blinker bereits zugelassen.

Buchtipp: Digitaler Lastenradnomade

Fahrradjournalist Gunnar Fehlau hat seinen gesamten Hausstand für ein Jahr auf ein E-Cargobike verladen und die Idee des Mobile-Office wörtlich genommen. Fehlau liefert in seinem Buch unterhaltsame Anekdoten und tiefe Einblicke in die Seele eines Abenteurers.


Workpacking. Motorbuch-Verlag; 29,90 Euro; ISBN: 978-3-613-50967-2.

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