Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) hat dem ehemaligen Vorstand der Landesbank nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein Ultimatum gestellt. Der frühere Bankchef Werner Schmidt und dessen einstige Kollegen sollen bis Ende Mai schriftlich erklären, dass sie in der Affäre um die österreichische Hypo Alpe Adria auf eine Verjährung verzichten.
Fahrenschon droht mit Klage
München (dapd). Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) hat dem ehemaligen Vorstand der Landesbank nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ein Ultimatum gestellt. Der frühere Bankchef Werner Schmidt und dessen einstige Kollegen sollen bis Ende Mai schriftlich erklären, dass sie in der Affäre um die österreichische Hypo Alpe Adria auf eine Verjährung verzichten. Wer sich weigert, der solle bereits im Juni auf 200 Millionen Euro Schadenersatz verklagt werden, damit eventuelle Ansprüche nicht verjähren.
Bayerns Landesbank hat bei der 2007 gekauften Hypo Alpe Adria 3,7 Milliarden Euro verloren. Die BayernLB will von allen acht damaligen Vorstandsmitgliedern insgesamt 200 Millionen Euro eintreiben. Fahrenschon leitet den Verwaltungsrat, der die Staatsbank beaufsichtigt.
Ein Fall sei vor Gericht bereits anhängig. Die BayernLB habe Ex-Risikomanager Gerhard Gribkowsky vorab auf Schadenersatz wegen des Hypo-Debakels verklagt. Die Landesbank wolle sich so den dauerhaften Zugriff auf mehr als 40 Millionen Dollar sichern, die Gribkowksy während seiner Amtszeit bei der Staatsbank heimlich von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone kassiert habe. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Causa wegen Korruption und anderer Delikte. Gribkowsky sagt, er habe die Dollar-Millionen legal als Beraterhonorar kassiert.
dapd
