Aktionswoche im Oktober Fachkräftewoche: Mitarbeiter finden und binden

Flexible Arbeitszeiten, Altersvorsorge, Kinderbetreuung: Arbeitgeber müssen den Mitarbeitern inzwischen etwas bieten, um sie an sich zu binden. Wie das gelingen kann, soll die "Fachkräftewoche" zeigen.

Während der Fachkräftewoche wird es auch um die Nachwuchswerbung gehen. - © Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Darius Ramazani

Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitern Außergewöhnliches, viele Verbände haben bereits eigene Projekte gestartet. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Die Fachkräftesicherung. Auch die "Fachkräftewoche", eine bundesweite Aktionswoche der Partnerschaft für Fachkräfte, hat sich das vorgenommen. Sie will lokale Initiativen zur Fachkräftesicherung sichtbar machen und ihnen einen Austausch ermöglichen.

"Wir werden älter, unser Land bunter und die Arbeit digitaler. Das Thema Fachkräftesicherung bleibt eine der großen Zukunftsfragen für den deutschen Arbeitsmarkt", sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bei der Eröffnung der Fachkräftewoche. Fachkräftesicherung gelinge aber nur in Zusammenarbeit mit vielen Akteuren.

Infos für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Vom 26. Oktober bis zum 1. November 2015 zeigen und diskutieren daher viele lokale Akteure, wie Fachkräftesicherung in der Praxis funktioniert. Auf mehr als 300 Veranstaltungen in ganz Deutschland werden an diesen Tagen unter anderem Initiativen vorgestellt, die beispielsweise durch attraktive Arbeitsbedingungen, Qualifizierung, Gesundheitsförderungen oder Familienfreundlichkeit bei den Beschäftigten punkten.

Die Aktionswoche richtet sich aber auch an Arbeitnehmer. So bekommen etwa Bewerberinnen Tipps für den beruflichen Wiedereinstieg. Auch über Weiterbildung oder den Berufseinstieg gibt es Informationsveranstaltungen.

Kleine und mittlere Betriebe unterstützen

Auch um Vielfalt in Unternehmen soll es gehen. "Bei der Fachkräftewoche wollen wir besonders auf Chancen durch die Integration von Migranten hinweisen", betont Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. In Zeiten hoher Flüchtlingszahlen ein wichtiges Thema. So gibt es etwa eine Bustour "Diversity@Work", die zu Unternehmen führt, die personelle Vielfalt in besonderer Weise fördern. Zudem sollen junge Migranten über die Chancen durch Ausbildung informiert werden.

"Qualifizierte und engagierte Fachkräfte sind die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit unserer Handwerksbetriebe", sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Vor allem kleine und mittlere Betriebe müssten bei den Qualifizierungsmaßnahmen des Nachwuchses jedoch unterstützt werden.

Mitglieder der Partnerschaft sind das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, die Industriegewerkschaft Metall sowie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft. dhz