Fortschrittsbericht der Bundesregierung Fachkräfteoffensive schließt ausländische Mütter aus

Immer mehr Mütter in Deutschland sind berufstätig, zeigt der neue Fachkräftebericht der Bundesarbeitsministerin. Doch was so positiv klingt, schließt viele Mütter mit ausländischen Wurzeln aus. Von ihnen ist jede zweite arbeitslos. Die Bundesregierung zieht trotzdem eine positive Bilanz zur Fachkräftesicherung.

Jede zweite Mutter mit auslädischen Wurzeln findet in Deutschland keinen Job. Die Bundesregierung will nun neue Förderprogramme aufsetzen. - © Foto: Mumpitz/Fotolia

Mehr Frauen, mehr Migranten und mehr Menschen ohne Berufsabschluss will die Bundesregierung mit ihrer Fachkräfteoffensive für den deutschen Arbeitsmarkt fit machen. Doch noch nicht in allen Bereichen zeigen die dafür beschlossenen Maßnahmen Wirkung. Der neue Fachkräftebericht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigt Fortschritte und Defizite zugleich.

Mehr Müttern beim Einstieg in den Job helfen

So will sich die Bundesregierung zukünftig stärker um Migranten und gezielt um ausländische Mütter kümmern und diese besser in den Arbeitsmarkt integrieren, geht aus dem Fortschrittsbericht hervor. Das schwarz-gelbe Kabinett hat den Bericht nun verabschiedet und damit die Weichen für neue Maßnahmen zur Fachkräftesicherung gestellt.

"Besonderen Handlungsbedarf" gibt es demnach bei Müttern mit ausländischen Wurzeln. Denn nur jede zweite Mutter mit Migrationshintergrund hat einen Job. Bei den Müttern ohne diesen Hintergrund seien es dagegen 72 Prozent. Die Regierung will nun gezielt Förderprojekte auflegen, die den Müttern beim Einstieg in den Job helfen sollen.

Die Arbeitslosigkeit von Ausländern war dem Bericht zufolge Ende vergangenen Jahres doppelt so hoch wie bei Deutschen. Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten keinen anerkannten Berufsabschluss.

Bei der Integration bestünden demnach "erhebliche Defizite". Während 2011 rund 76 Prozent aller möglichen Erwerbstätigen einem geregelten Job nachgingen, waren es bei den Migranten nur 68 Prozent. Eine stärkere Beteiligung der Migranten am Arbeitsleben sei "volkswirtschaftlich geboten". Jede zehnte Person zwischen 15 und 64 Jahren in Deutschland habe inzwischen einen ausländischen Pass. "Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden", bilanziert das Arbeitsministerium.

Viele Frauen arbeiten in Teilzeit

Grundsätzlich zog die Bundesregierung in ihrem Bericht aber eine positive Bilanz ihrer Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Die Erwerbsbeteiligung steige, insbesondere die von Frauen und Älteren. Zudem sei die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss von 2006 bis 2010 von 7,9 auf 6,2 Prozent gesunken.

Handlungsbedarf besteht laut Bundesregierung aber weiterhin auch bei den Frauen insgesamt. Zwar sind immer mehr Mütter in Deutschland berufstätig: Seit 2006 hat sich die Erwerbstätigenquote von Müttern mit minderjährigen Kindern um rund sechs Prozentpunkte von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht, womit ihre Zahl um 60.000 auf 5,6 Millionen gestiegen ist.

Doch gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen Frauen, die nur in Teilzeit arbeiten. 45,6 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 20 und 64 Jahren haben nach Angaben des Berichts im Jahr 2011 lediglich in Teilzeit gearbeitet. jtw/dapd

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