Zum zweiten Mal sprechen die Handwerkskammern zum "Bundesaktionstag Ausbildung" am 9. Juni, Handwerksbetriebe und Schulabgänger an und werben für eine Ausbildung im Handwerk. Vom Ausbildungsmarkt gibt es derweil positive Nachrichten.
Fachkräftenachwuchs sichern
Die Handwerkskammern bieten dazu in den Regionen unterschiedliche Dienstleistungen an – von der Info – Offensive für Schulabgänger und Eltern bis zur detaillierten Beratung für ausbildungswillige Betriebe.
In einem Aufruf fordert Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) die Betriebe auf: "Bieten Sie weiter Ausbildungsplätze an! Sichern Sie sich rechtzeitig Ihren Fachkräftenachwuchs."
An die Jugendlichen gewandt appelliert Kentzler: "151 verschiedene Berufe stehen zur Wahl. Da ist für jeden etwas dabei. Unser Team Handwerk hat fünf Millionen Profis. Und alle kommen aus der eigenen Jugend!“
Der Aufruf wendet sich gezielt auch an Unternehmer und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Handwerkspräsident Otto Kentzler: "Vielfältige Berufe brauchen vielfältige Talente. Das Handwerk freut sich auf jeden!" Der Aufruf ist in diesem Jahr auch in türkischer Sprache verfügbar.
Mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen
Das Handwerk in den neuen Bundesländern hat im Mai 2010 4.082 Ausbildungsverträge abgeschlossen – 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Angesichts der deutlich zurückgehenden Schulabgängerzahlen, fürchtet das Handwerk in den neuen Bundesländern, zu Beginn des Ausbildungsjahres unter den Zahlen des Vorjahres zu landen. Im Vorjahr blieben in Ostdeutschland rund 1.400 Lehrstellen unbesetzt. "Die demografische Entwicklung bedroht die Fachkräftesicherung in ostdeutschen Handwerksbetrieben", warnte Handwerkspräsident Kentzler. Er forderte eine Verbesserung der schulischen Vorbildung, kündigte eine Werbeoffensive des Handwerks um Auszubildende an und erwartet 2011 eine Öffnung des Handwerks für Auszubildende aus den Nachbarländern.
36.757 neue Ausbildungsverträge im Handwerk wurden bundesweit bis zum Stichtag 31. Mai 2010 abgeschlossen. Das ist ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. "Das Handwerk setzt alles daran, dieses gute Ergebnis bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im August zu halten. Einfach wird das aber nicht angesichts der rückläufigen Schulabgängerzahlen insbesondere in den neuen Bundesländern", so Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).
Kentzler rief auf, die Finanzierung der notwendigen Bildungsinvestitionen sicherzustellen: "Das Zehn-Prozent-Ziel darf nicht zur Disposition gestellt werden! Die aufgrund sinkender Schülerzahlen freiwerdenden Gelder müssen im Bildungssystem bleiben."
dhz
