"Tag des Ausbildungsplatzes" Fachkräftenachwuchs rechtzeitig sichern

Das Handwerk verzeichnete im April ein deutliches Plus an neuen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr. Doch gut ist noch nicht gut genug. Zum "Tag des Ausbildungsplatzes" richten die Wirtschaftsverbände einen Appell an die Betriebe – und an die Jugendlichen.

Zum "Tag des Ausbildungsplatzes" appelliert Handwerkspräsident Otto Kentzler (4. v.li.) die an die Betriebe, den Nachwuchs an Fachkräften zu sichern. Foto: ZDH/Sommer

Fachkräftenachwuchs rechtzeitig sichern

Bis Ende April 2011 haben die Handwerksbetriebe 28.009 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet diese Zahl ein Plus von 13,3 Prozent. "Unsere intensive Werbung um junge Menschen für die Berufe des Handwerks trägt Früchte", freut sich Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), über die positive Entwicklung. Besonders die Einstiegsqualifizierung habe sich bewährt. Mehr als zwei Drittel der Maßnahmen mündeten direkt in einen Ausbildungsvertrag, meldet der ZDH.

Noch 20.000 Lehrstellen zu besetzen

Angesichts des deutschlandweit sinkenden Anteils von Haupt- und Realschülern bei den Schulabgängern haben diese 2011 noch bessere Chancen auf eine Lehrstelle. Aktuell führen allein die Handwerkskammern mindestens 20.000 noch zu besetzende Lehrstellen in ihren Ausbildungsplatzbörsen. "Die jungen Leute sollten stets ihre Motivation und Leistungsbereitschaft deutlich machen. Damit kann man auch schwächere Noten wettmachen", sagt Kentzler.

Fachkräftenachwuchs rechtzeitig sichern

Den heutigen "Tag des Ausbildungsplatzes" nehmen die Wirtschaftsverbände – darunter auch der ZDH – dennoch zum Anlass, um an die Betriebe zu appellieren: "Sichern Sie sich rechtzeitig Ihren Fachkräftenachwuchs! Schaffen Sie Ausbildungsplätze! Bilden Sie möglichst über den eigenen Bedarf hinaus aus und melden Sie Ihre Ausbildungsplätze den Agenturen für Arbeit und den Lehrstellenbörsen der Kammern und Verbände", verlautet es aus einer Erklärung der Partner des Ausbildungspaktes.

Verstärkt werben die Verbände auch für die Ausbildung von benachteiligten Jugendlichen. Dafür stünden ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) zur Verfügung. Interessier te Betriebe können sich bei der Agenturen für Arbeit, bei Jobcentern, Handwerkskammern und Verbänden informieren, die bei allen Fragen rund um die Ausbildung unterstützend zur Seite stehen.

Appell an die Jugend

Der Appell der Wirtschaft richtet sich aber nicht nur an die Betriebe, sondern auch an die Jugendlichen: "Bewerben Sie sich rechtzeitig und intensiv!", heißt es in der Erklärung. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sei es hilfreich, das breite Spektrum der Berufe und nicht nur einen Wunschberuf im Blick zu haben. Oftmals lohnte sich ein Blick in eine andere als die unmittelbare Heimatregion.

Bei der Suche unterstützen die Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Handwerkskammern und Verbände. "Wir appellieren zudem, nicht durch Mehrfachzusagen an Betriebe Ausbildungsplätze zu blockieren. Dies ist ein Gebot der Fairness gegenüber den Jugendlichen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen und gegenüber den Betrieben, die sich auf ihre Ausbildung einstellen."

Handwerk sucht Paten

Der ZDH und die Bundesagentur für Arbeit suchen Paten für junge Menschen, die vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen oder sich bereits in einer Ausbildung befinden. Das teilten Handwerksverband und die Bundesagentur auf einer Veranstaltung mit, auf der der Startschuss für eine entsprechende Kampagne gegeben wurde. Mit der Maßnahme soll die Abbruchquote bei Jugendlichen und Heranwachsenden verringert werden. Mehr als jeder vierte Ausbildungsvertrag im Handwerk wird den Angaben zufolge wieder aufgelöst.

Die Partner des Ausbildungspaktes sind: Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Bundesverband der Freien Berufe, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DHKT), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Kultusministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Bundesagentur für Arbeit. pc/dapd