Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern in Handwerksbetrieben ist groß. Doch wie bekommt man qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland? Darüber diskutierten jetzt Experten in Berlin. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Über 150 Unternehmensvertreter, Kammermitarbeiter und Fachkräfte mit ausländischen Berufsabschlüssen diskutierten beim Dialogforum BQ-Portal in Berlin über die Frage, wie die Integration von ausländischen Fachkräften in Zukunft aussehen soll.
Die Ergebnisse der Diskussion fordern zum Handeln auf:
- Gemeinsame Wege gehen: Wenn ein Mitarbeiter Anerkennung und Nachqualifizierung braucht, sollte man mit ihm beispielsweise zu Behörden gehen, erklärte Siegfried Senfft-Hoffmann, Geschäftsführer von Elektro Horz. Er half seinem Mitarbeiter Ozgkiour Kotsangeholfen, eine Nachqualifizierung zum Gesellen zu erlangen.
- Potentiellen Mitarbeitern sollte bei der Erstinformation geholfen werden. Man muss sie unterstützen, dass sie durch das Sammeln von Berufserfahrung eine vollwertige Anerkennung in Deutschland erlangen, sagt Marc Aßheuer, zuständig für Arbeitsmarktprojekte bei Randstad. In dem Unternehmen wird jeder Mitarbeiter von einem erfahrenen Vertriebsdisponenten betreut. „Dieser ist jederzeit Ansprechpartner, der angerufen werden kann, wenn Unsicherheiten auftreten oder Unterstützung gebraucht wird“, so Aßheuer.
- IQ-Netzwerk nutzen: Unternehmen, die Fachkräfte mit ausländischer Berufsqualifikation suchen, sollten dieses Beratungsangebot nutzen. Es ist Teil des deutschlandweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, das sich um die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen, berufsbezogenem Deutsch, Diversity Management und Existenzgründung kümmert. Zu wenig Unternehmen beschäftigen sich mit dem Gedanken, Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen.
- BQ-Portal verwenden: Diese Plattform kann Unternehmen unterstützen, indem es zum Beispiel auf alle relevanten Angebote und Anlaufstellen verlinkt, um schnell zu den richtigen Informationen zu gelangen. Unternehmen sollten sich generell an dem Netzwerk beteiligen, um die Angebote besser miteinander zu vernetzen und transparenter zu machen.
- Das Anerkennungsverfahren ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine gute Willkommenskultur. Daher muss das Anerkennungsgesetz mit Leben gefüllt werden. "Die Verfahrenswege müssen transparenter gestaltet und die Verfahrensunterschiede behoben werden", sagte Lâle Yildirim vom Türkischen Bund Berlin-Brandenburg.
- Höhere Transparenz der bisherigen Portale und Ansprechpartner ist wichtig. Bestehende Netzwerke müssen zusammengeführt werden, damit eine wirkungsvolle Willkommenskultur entstehen kann.
- Sprachbarrieren in der Anerkennungspraxis ist eine zentrale Herausforderung, für die es noch keine hinreichende Lösung gibt. Zudem muss das Thema Nachqualifizierung stärker in den Mittelpunkt rücken.
- Antragsteller brauchen ein einheitliches Beratungsangebot. Darüber hinaus ist Übergangsmanagement wichtig, um für Klarheit zu sorgen. meh