Elektrohandwerk beklagt mangelnde Qualifikation der Bewerber. Mehr als 23.000 Arbeitsplätze unbesetzt
Fachkräfte fehlen
Das Elektrohandwerk leidet unter eklatantem Fachkräftemangel. Nach Aussage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) findet jeder zweite Betrieb mit offenen Stellen keinen qualifizierten Nachwuchs. Im Rahmen der Leitmesse Light+Building in Frankfurt/Main hatte der ZVEH die Ergebnisse seiner Frühjahrskonjunkturumfrage vorgestellt.
Hauptgrund für die fehlgeschlagene Besetzung von Stellen sei die mangelnde Qualifikation der Bewerber. Sie seien den gestiegenen Anforderungen der Branche nicht gewachsen. Doch der Bedarf wächst weiter. 20 Prozent der befragten Betriebe meldeten im März 2008 offene Stellen (zwölf Prozent im vergangenen Jahr). Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit verzeichnet eine noch höhere Anzahl. Danach sind in den Berufen der Elektrohandwerke 23.400 Arbeitsplätze unbesetzt. 16 Prozent der Unternehmen erwarten eine weiter steigende, drei Viertel eine konstante Beschäftigtenzahl.
Kampf mit der Industrie
Der größte Bedarf herrscht bei den Elektrotechnikern. „79 Prozent der suchenden Betriebe gaben an, dass die Qualifikationen der Bewerber nicht den Anforderungen der Stelle entsprechen“, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. Ein Viertel der Befragten sagte, dass sich auf die ausgeschriebene Stelle niemand beworben hat.
Den Kampf um die Fachkräfte führt das Handwerk aber auch mit der Industrie. Der ZVEH setzt deshalb auf Weiterbildung. Jakobi: „Unser Wunsch an die Bundesagentur für Arbeit ist daher, die geförderten Maßnahmen zur Weiterqualifizierung in unseren Berufen konsequent auszubauen.“dhz
