Notenbank reagiert auf Finanzkrise EZB-Chef Trichet deutet Zinssenkung an

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat mit überraschend deutlichen Worten eine erneute Zinssenkung für die nächste Ratssitzung am 6. November signalisiert.

EZB-Chef Trichet deutet Zinssenkung an

"Ich betrachte es als möglich, dass der EZB-Rat die Zinsen beim nächsten Treffen senkt", sagte Trichet.

Dafür müsse eine mittelfristige Preisstabilität gewährleistet sein, sagte Trichet. Bis zur nächsten EZB-Zinsentscheidung werden am Donnerstag Daten zum Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen im Euroraum veröffentlicht, die auch Angaben zu den Inflationserwartungen enthalten. Am Freitag folgt ein erster Ausweis der Verbraucherpreisentwicklung im Oktober.

"All unsere Entscheidungen werden von diesem fundamentalen Primärziel geleitet – Preisstabilität", betonte Trichet. Die EZB definiert Preisstabilität mit einer jährlichen Inflationsrate im Euroraum von knapp zwei Prozent. "Die jüngsten Preisrückgänge bei Rohstoffen haben zusammen mit einer deutlichen Schwächung der Nachfrage die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität verringert", erklärte der Geldpolitiker. Die EZB hatte zuletzt am 8. Oktober in einer konzertierten Aktion mit anderen Notenbanken ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 3,75 Prozent gesenkt.

ddp