Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß erneut bestätigt. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibt bei 1,00 Prozent.
EZB bestätigt Leitzinsniveau
Die EZB-Leitzinsen bleiben damit zum 17. Mal in Folge auf ihrem Rekordtief. Zuletzt hatte die Notenbank ihren Leitzins im Mai 2009 um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt.
Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB ihre Leitzinsen bis wenigstens zum Ende des dritten Quartals 2011 unverändert lassen wird. Das legen die voraussichtlich niedrigen Inflationsraten nahe. Die EZB rechnet auf Basis ihrer Stabsprojektionen für 2010 und 2011 mit jahresdurchschnittlichen Inflationsraten von 1,6 und 1,7 Prozent. Die von ihr erstrebte mittelfristige Preisstabilität sieht sie bei jährlichen Preissteigerungsraten von "unter, aber nahe zwei Prozent" gegeben.
Zuvor hatte die Bank of England (BoE) angesichts einer zuletzt schwächeren Konjunktur und trotz einer anhaltend hohen Inflation an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festgehalten. Der Geldpolitische Ausschuss (MPC) veränderte am Donnerstag weder das Niveau der Leitzinsen noch das Anleihekaufvolumen. An den Finanzmärkten waren diese Beschlüsse erwartet worden.
Erst am Dienstag hatte die japanische Notenbank ihre ohnehin bereits extrem expansive Geldpolitik weiter gelockert. Damit will sie die Auswirkungen des starken Yen mildern und die hartnäckige Deflation im Land überwinden. In einem Begleittext hieß es, die Nullzinspolitik solle fortgesetzt werden, bis sich die Preise stabilisiert haben.
Infolge der Wirtschaftskrise hatten weltweit Notenbanken ihre Geldpolitik gelockert und Milliarden in die Finanzsysteme gepumpt.
dapd