Finanzen EZB bestätigt erneut Leitzins

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß bestätigt. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibt bei 1,00 Prozent.

EZB bestätigt erneut Leitzins

Zuletzt hatte die Notenbank ihren Leitzins im Mai 2009 um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt.

Wie die EZB weiter mitteilte, blieben auch die beiden anderen Leitzinsen, der Spitzenrefinanzierungssatz und der Einlagensatz, bei 1,75 beziehungsweise 0,25 Prozent.

Die EZB hatte ihren geldpolitischen Schlüsselsatz auf das Rekordtief gesenkt, weil die internationale Finanzkrise voll auf die Konjunktur des Euroraums durchschlug, wodurch sich die Inflationsrisiken drastisch verringerten. Die EZB ist auf die Bewahrung mittelfristiger Preisstabilität verpflichtet, die sie bei einer Jahresteuerung von unter, aber nahe zwei Prozent gegeben sieht.

Im Juli waren die Verbraucherpreise im Euroraum mit einer Jahresrate von 1,7 Prozent gestiegen. Für 2010 und 2011 rechnet die EZB ausweislich ihrer Stabsprojektionen mit jahresdurchschnittlichen Teuerungsraten von nur 1,5 beziehungsweise 1,6 Prozent. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet verweist zudem regelmäßig auf die Bedeutung der Inflationserwartungen, die er als fest auf einem Niveau verankert betrachtet, das der EZB-Definition von Preisstabilität entspricht.

Die Konjunkturlage im Euroraum beurteilt die EZB etwas optimistischer als bisher. Trichet sagte, im zweiten Quartal habe sich das Wachstum verstärkt und die bisher für das dritte Quartal vorliegenden Konjunkturdaten seien besser ausgefallen als erwartet. Es sei aber noch zu früh, sich mit Blick auf die Konjunkturerwartung "zum Sieger zu erklären" fügte er hinzu. Das zweite Halbjahr werde wohl weit weniger dynamisch ausfallen als das zweite Quartal.

Für das zweite Quartal wird eine deutliche Wachstumsverstärkung erwartet. Trichet sprach von einem "wirklich außergewöhnlichen Quartal".

Der Euro legte während der Pressekonferenz spürbar zu, was aber auch den zeitgleich veröffentlichten schwachen Daten über die Entwicklung der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gelegen haben könnte.

Volkswirte sahen in Trichets Äußerungen nichts, was ihre Überzeugung geändert hätte, dass die EZB ihren Leitzins noch für geraume Zeit auf dem derzeitigen Niveau belassen wird. Hinsichtlich der Verbraucherpreise sagte der EZB-Präsident, die Inflationsentwicklung dürfte in den nächsten Monaten von einer gewissen Volatilität gekennzeichnet sein. Für 2011 sei, vor allem wegen des niedrigen einheimischen Preisdrucks, eine moderate Entwicklung zu erwarten.

ddp